qualitative, quantitative analys, Interpretation von Daten, Big Data, usw.
Spezifisch (specific): Genügend Flexibilität, um notwendige Details für Chef oder Kunde hinzuzufügen.
Überschaubar (manageable): Keep it Simple, Stupid (KISS)
Umsetzbar (actioable): Metriken müssen Maßnahmen auslösen.
Relevant: Damit Ihre Ziele für Ihr Unternehmen relevant sind, müssen Sie den Kontext berücksichtigen.
Trendgerechte (: Die heute produzierten Schlüsselkennzahlen sollten in Zusammenhang mit der bisherigen Leistung gebracht werden.
FOKUS: Specific, Manageable, Actionable, Relevant, Trending (SMART) Kennzahlen / Metrics.

In diesem Beitrag geht es um die Kurzdefinition von Marketing Analytics.
Ebenfalls wird darauf hingewiesen, das Analyse ein Teil von Analytics ist.
Interessant ist, das es vor knapp 40 Jahren diesen Ausdruck noch nicht gegeben hat.

Was ist Marketing Analytics?

Manchmal machen wir es uns vielleicht ein wenig zu einfach, wenn wir Marketing Analytics einfach als auf der Mathematik basierte Disziplin beschreiben (siehe Mailchimp). Besser wäre hier vielleicht wenn Mailchimp Marketing Analytics als Datenanalyse beschreiben würde. Die würde wenigstens qualitative wie auch quantitative Methoden umfassen wie auch parametrische und nicht-parametrische Statistiken.

Natürlich sind da auch die bekannten A/B Tests (z.B. eine Gruppe sieht Webseite A, die andere Webseite B – wir analysieren das Nutzverhalten) und auch Experimente Teil von Marketing Analytics.

Wir versuchen hier diesen Trends und Facetten von Marketing Analytics Rechnung zu tragen. In weniger als 50 Worten definieren wir Marketing Analytics. Nach dem KISS – Keep it short and simple – Prinzip:

Marketing Analytics oder Analytik umfasst das komplette Management von Marketing Daten.

Dazu gehört die Erfassung, Organisation und Speicherung von Daten. Werkzeuge und Techniken zur quantitativen und qualitativen Datenanalyse inklusive Statistiken werden genutzt. Die Auswertungen sollen helfen, neue Erkenntnisse zu gewinnen und Fragen zu beantworten.

Urs E. Gattiker – #drkpiPageTracker Team

PS. In unserem Dictionary English – Deutsch – English (Cassells aus den 80 Jahren) findet man das Wort Analysis/Analyse, analytical/analytisch. Das Wort Analytics wird nicht aufgeführt! Die Zeiten ändern sich :-)

Was ist der Unterschied zwischen Marketing Analytics und Marketing Analysis?

Der Unterschied zwischen Data Analytics und Data Analysis – KISS

Schlussfolgerungen

Bald werden wir weitere Definition bringen zum Thema Marketing, Analytics und dem drkpi PageTracker wie z.B.:

  • Was ist Digital Marketing Analytics?
  • Was ist Content Marketing Analytics?
  • Was ist Business Intelligence?
  • Was ist Digital Marketing Strategie?
  • Was ist der Unterschied zwischen KPIs und Metrics?
  • Was ist Content Marketing ROI?
  • Was ist Farbenblindheit?

Stay tuned oder noch besser, lassen Sie sich diese Dinge nicht entgehen,  abonnieren Sie unseren Newsletter um diese Dinge automatisch zu erhalten. Interessiert, schauen Sie ins Archiv vom drkpi Newsletter.

Für welche Fachausdrücke hätten Sie gerne eine Kurzdefinition zur Hand?
Lassen Sie es uns unten in einem Kommentar wissen. Wir antworten.

Wie hoch sind die Lieferkosten im Online-Shopping?
Warum und wie spielen Kosten und Komfort eine Rolle für Kunden und Anbieter?
Hat die Lebensmittellieferung via Internet-Bestellung nach der Corona-Pandemie noch eine Zukunft?

Dieser Beitrag fokussiert im Folgenden die oben genannten Themen und Trends mit Beispielen von Carrefour, Coop, Migros, Rewe, Target und Walmart.

Dies ist der ZWEITE Beitrag in einer Serie von 5 Beiträgen zu den Trends im Online Marketing, Sales und Analytics sowie Cybersecurity und Datenschutz:

Sie erhalten die obigen Einträge mit den Trends bequem via E-Mail über unseren Newsletter – einfach registrieren.

Online-Shopping: COVID-19 Auswirkungen

Das Online-Einkaufen ist sehr populär geworden. Bis jetzt hat dies auch sehr gut geklappt. Während der Coronakrise sind die Bestellungen jedoch über das Internet für tägliche Lebensmittel rasant gestiegen. Das hat zur Folge, dass einige Grossverteiler wie z.B. Migros oder Coop in der Schweiz der Nachfrage fast nicht nachkommen konnten. Dies hat sich zum Beispiel an mangelnden Liefertermienen für Kunden gezeigt, welche bis zu 7 Tage auf ihre Bestellungen warten mussten. Man wartet also mehrere Tage, bis die Milch oder der Getränkekasten nach Hause geliefert wird. Doch solche Engpässe sind während einer Krisensituation verständlich und werden in ein paar Monaten hoffentlich Geschichte sein.

Hintergrund und Geschichte

Direkte Bestellungen beim Lebensmittelhändler oder dem Laden eines Grossanbieters inklusive Lieferung nach Hause gibt es schon seit einigen Jahren. Hier eine Auswahl von wichtigen Eckpfeilern dieser Entwicklung.

  • 1985: Bestellung konnten morgens über das Telefon bei Safeway im Silicon Valley z.B. in Palo Alto getätigt werden. Möglich war die Lieferung für US$ 10 (US$ 5 für Rentner) am späten Nachmittag oder Abend an die Haustüre.
  • 1998: LeShop.ch, gegründet im Oktober 1997, als erster digitaler Supermarkt – Start-up – der Schweiz ging online. Im April 2006 wurde LeShop ein Teil von Migros und konnte dank dessen auch mit tiefen Erträgen überleben – Langzeitinvestition für Migros.
  • 1998: Der Hauslieferdienst Webvan wurde in San Francisco gegründet als ein Teil der „dot-com“ Blase, ein Lebensmittelgeschäft mit eigenen Lieferwagen. 2001 musste dieser nach 3 Jahren Betrieb Konkurs anmeldete. Bestellte Produkte wurden noch am selben Tag nach Wahl des Kunden innerhalb eines 30-Minuten-Fensters nach Hause geliefert, seiner Zeit voraus!
  • 2018: In den USA entdeckten „Brick-and-Mortar“ Verteiler wie WalMart oder Target die Möglichkeit, dass der Kunde seine Online Bestellung direkt beim lokalen Shop abholt.
  • 2018-04: Migros – Besitzer von LeShop – bringt die Social-Shopping-App Amigos raus. Diese Plattform nutzt die Idee der Gig Economy, d.h. Kunde und Lieferant finden über die Plattform zusammen (ähnlich wie bei Uber). Die Idee dahinter war Nachbarschaftshilfe, d.h. kostenlose Lieferung durch Freiwillige.
  • 2019-12-10: Migros stellte die Amigos Plattform ein, da sich diese immer mehr zu einer klassischen Plattform entwickelte, d.h. der Kunde bezahlt den Lieferant. Es gab bereits Apps, welche Bestellungen via Anruf aufnahmen und den Lieferanten als Partner von Migros vermittelten (siehe SmartLife von der Helvetia – Krankenkasse und Swisscom – Telekommunikation).
  • 2020-04: Die Coronakrise machte es möglich – die eingestellte Amigo Plattform ist zurück, siehe www.amigos.ch. Dieses Mal jedoch wieder primär als Dienstleistung und Nachbarschaftshilfe mit kostenloser Lieferung für Risikogruppen bezüglich COVID-19.
  • Die ­Amigos-Lieferanten stehen in keinem Arbeitsverhältnis mit dem Detailhändler oder der SmartLifeCare Vermittlung. Sie sind daher nicht versichert, wenn es zu einem Unfall auf dem Weg zum Kunden kommt. Die Kosten und Versicherung für Risiken wie eines Unfalls hat Migros immer noch ausgelagert.

PS. 2020 Entschied ein Gericht in Kalifornien, dass Deliveroo oder Uber-Fahrer wie Mitarbeiter behandelt und deren Sozialabgaben bezahlt werden müssen. Dieser Gerichtsentscheid wurde in Kalifornien mit der Annahme der Proposition 22 am 2020-11-03 ausgehebelt (siehe hier). Somit gelten diese Gig-Workers weiterhin als freie Mitarbeiter und müssen für ihre Altersvorsorge und Sozialabgaben weiterhin selber aufkommen. Im Gegensatz zu Australien, UK und der Schweiz, hier müssen Uber Sozialversicherungsbeiträge bezahlen, da Fahrer nach Arbeitsrecht nicht als Selbständige eingestuft werden.

Lieferkosten im Online-Shopping: Wegen Coronakrise lässt Migros die AMIGOS Plattform wieder auferstehen.
Lieferkosten im Online-Shopping: Wegen der Coronakrise lässt Migros die AMIGOS Plattform wieder auferstehen.

Online-Shopping: Fakten und Trends für 2021

Heute wird im US-Einzelhandel jeder zehnte Umsatz-Dollar online erarbeitet, Tendenz steigend. Einige Leute wagen die Prognose, dass dieser Anteil sich in den nächsten Jahren verdoppeln wird. Bis 2023 wollen US Detaillisten ein Wachstum von 65% im E-Commerce Bereich erarbeiten, d.h. ca 1,000 Mrd. US$ werden voraussichtlich online verkauft.

US-Verbraucher werden in diesem Jahr 190,47 Mrd. Dollar für Weihnachtseinkäufe (Nov/Dez) im E-Commerce ausgeben. Dies entspricht einem Anstieg von 35,8% und einem Umsatzzuwachs von 50 Mrd. Dollar gegenüber 2019 (siehe hier).

In Spanien sagen die Prognosen, dass bis 2025 der Anteil vom Online Handel 20% sein wird. Das hiesse, von den landesweit 700’000 Läden müssten wohl bis 120’000 Läden schliessen.

Wenn man den Kennzahlen des Einzelhändlers Target (USA) – dargestellt von John Mulligan (Vorstand für operative Angelegenheiten) – glaubt, können sich die Kostenersparnisse dank Pick-Up beim Händler für Migros oder Rewe sehen lassen. Unten ein paar Anhaltspunkte gemäss Berechnungen und veröffentlichten Zahlen von Target:

  • 100% Lieferkosten, wenn der Kunde im Migros E-Shop bestellt und zu Hause beliefert wird, dies geschieht meist von einem vorgelagerten Distributionszentrum aus,
  • 60% (Kostenersparnis 40%) wenn die Filiale die Ware liefert – oder Gig Economy Mitarbeiter z.B. der Plattform AMIGO (siehe oben),
  • 10% (Kostenersparnis 90%) wenn die Ware in der nächsten Migros oder Rewe-Filiale für den Kunden zur Abholung bereitgestellt wird.
Lieferkosten im Online-Shopping: Wer ist schneller und macht das ein Unterschied?
Lieferkosten im Online-Shopping: Wer ist schneller, macht das einen Unterschied?

3 Kundensegmente für die D-A-CH Region

Ein Kunde, der Komfort und Leistung sucht, bevorzugt vielleicht in der Stadt die bezahlte Lieferung. Das zweite Kundensegment für Online-Shopping sind primär Kunden in ländlichen Gegenden. Für Sie bietet das Online-Sortiment ein breites Angebot von Möglichkeiten, welche lokal oft nicht vorhanden sind.

Die dritte Gruppe ist preisbewusst, hätte aber gerne den Komfort bezüglich Zeitgewinnung. Die Lieferkosten für Online-Shopping werden vermieden, indem die bestellte Ware im Laden vom Kunden abgeholt wird. Der Minimumbetrag für die Bestellung fällt meistens weg. Hier kann der Händler oder Grossverteiler auch Zusatzservices mit höheren Gewinnmargen anbieten. Beispiele sind nach Wunsch zusammengestellte Zutaten, z.B. für das Abendessen, mit womöglich schon zubereiteten Beilagen wie Salaten.

Faktor/Trend 1: Komfort und Leistung

Ältere Kunden schätzen den Service aufgrund von eingeschränkter Mobilität, Millennials wegen des Komforts.

Im Abo: Keine Mindestlieferung, 1-3 Mal die Woche.

Zeit und Arbeit: Spart Zeit, dank geringem Aufpreis, kein Tragen der Ware nach Hause nötig.

Lieferkosten: Zu hohe Kosten schrecken Kunden ab, zu niedrige Liefergebühren machen es für Händler uneffizient.

Faktor/Trend 2: Verbesserung des Angebots

Leute in ländlichen Gebieten haben beim Einkaufen weniger Auswahl.

Breitgefächertes Angebot inklusive der Spezialangebote.

Urbanisierung: Kleine Gemeinden oder Weiler haben keinen Laden vor Ort.

Lieferkosten: Zu hohe Kosten schrecken Kunden ab, zu niedrige Liefergebühren machen es für Händler uneffizient.

Faktor/Trend 3: Preis und Komfort

Bestellung kann lokal oder im Lager zusammenstellt werden.

Schneller: Bestellung bis 11:30 Uhr oder noch später, Pick-Up ab 16 Uhr – inkl z.B. der Zutaten fürs Abendessen.

Umweltfreundlich: Kunden bringen eigene Taschen oder Behälter, d.h. es wird weniger Packmaterial benötigt.

Win-Win: Zeit-/Geldersparnis für Kunden, niedrige Lieferkosten für Händler.

Die obige Aufzählung zeigt, dass in der ersten Kolumne (Komfort und Leistung) die Kunden angetroffen werden, welche aus Zeitgründen oder wegen eingeschränkter Mobilität bereit sind, einen Aufpreis zu bezahlen, um diese Dienstleistung in Anspruch zu nehmen.

In Regionen, die von der Landflucht betroffen sind, ist die Lieferung nach Hause für die Bewohner besonders attraktiv, da lokale Anbebote limitiert oder überhaupt nicht vorhanden sind.

Bosco Gurin, eine kleine Ortschaft im Tessin, ist mit seinem kleinen Coop Einkaufsladen die Ausnahme. Hier gibt der Kunde seine Spezialwünsche am Vortag auf. Die Filialleiterin holt die Ware mit einem Coop Lieferwagen im grossen Coop im Tal ab, inklusive Spezialwünsche wie z.B. Produkte von der Fleischtheke. In diesem Coop Lieferwagen werden auch die Waren für den Verkauf im Laden mittransportiert.

Das heisst, dass Spezialangebot, welches aus Umsatz- oder Platzgründen nicht im Laden geführt wird, kann ich trotzdem auf Wunsch beziehen. Spezialwünsche können innerhalb von 24 Stunden im Laden abgeholt und bezahlt werden. Einfach, unkompliziert und ohne Internet :-). Auf diesem Wege verbessert der kleinste Coop der Schweiz das Angebot und die Servicequalität für seine Kunden signifikant, gleichzeitig steigert er den eigenen Umsatz.

Lieferkosten im Online-Shopping: Migros offeriert es im Abo.
Lieferkosten im Online-Shopping: Migros offeriert die Lieferung im Abo.

Schlussfolgerungen und 2 Fragen für Sie

Das Modell Amigos war in dieser Form für die Schweiz sicherlich einzigartig. Ob es auch wegweisend war (wie einige Bloggers behaupten), kann aber bezweifelt werden. Die Umsetzung wurde mehrfach preisgekrönt und räumte alleine am Best of Swiss Web 6 Preise ab wie auch den Gesamtpreis Master of Swiss Web 2019. Beim Digital Commerce Award 2019 kamen weitere 3 Preise hinzu, unter anderem der 1. Platz im Jurypreis “Best Feature”.

Das zeigt jedoch, dass solche Awards oder Ranglisten die Gewinner selten nach nachvollziehbaren Kriterien auswählen. Auch bedeuten gewonnene Preise noch lange nicht, dass sich der kommerzielle Erfolg automatisch einstellt. Ob die Amigos-Plattform nach der Coronakrise weiter bestehen wird, darf bezweifelt werden. Nichtsdestotrotz, die Online-Shops der grossen Lebensmittelhändler und der Nischenanbieter – z.B. Lieferung mit Fahrradkurier – werden dank vorhandener Nachfrage Gewinne erzielen können.

Übrigens, auch in Spanien erfreut sich während der Coronakrise der Online Handel immer grösserer Beliebtheit. Doch vielen Kunden und Kundinnen fehlt der mündliche Austausch. Hier machten einige Tante-Emma-Läden aus der Not eine Tugend. Der Onlineshop wurde erstellt, doch fehlt die Bestellfunktion. Statt dessen ruft man die Telefonnummer des Ladens an und hält noch einen kleinen Schwatz mit der Ladenbesitzerin. Die Ware wird am nächsten Tag geliefert.

Jetzt ziehen in Spanien auch Detailhandelsketten nach, wie Carrefour oder Mediamarkt. Sie richteten Telefonnummern zur Bestellaufnahme ein. Der Schwatz zwischen Kunden und Verkaufspersonal am Telefon wird wohl nicht so persönlich sein, wie mit dem Tante-Emma-Ladenbesitzer um die Ecke.

Zum Schluss haben wir zwei Fragen, zu denen wir Ihre Antworten liebend gerne als Kommentare unten im Blog lesen möchten. Folgende:

  • Lieferkosten im Online-Shopping: Müssen sich Händler Gedanken machen, inwiefern sie die Lieferkosten wegen der Konkurrenz vielleicht niedriger halten sollten? Sind Kunden bereit für den Komfort einen Aufpreis für die Lieferung per Online-Shop zu bezahlen – speziell für Lebensmittel?
  • Marktpotential im Online-Handel für Lebensmittel: Haben Sie bereits Lebensmittel online gekauft? Waren Sie zufrieden mit der Lieferung oder kam eine Flut von Verpackungsmaterial nach Hause? Denken Sie, dass die hohe Nachfrage in der D-A-CH Region weiterhin bestehen bleibt, auch nach überstandener Coronakrise?

Weitere interessante, im Beitrag erwähnte Ressourcen zum Thema

Die besten Hashtags sind weder die beliebtesten Hashtags noch die mit der grössten Reichweite. Jedoch sind sie perfekt für das Erreichen der für Sie optimalen Zielgruppen.

Blogger Statistics: Facts, numbers that matter

Wir haben wichtige Fakten über Corporate Blogging, die wir mit Ihnen teilen möchten. Diese zeigen, warum und wie Ihre Bemühungen zur Vermarktung von Inhalten Ihrem Unternehmen helfen. Sie können somit eine informierte Entscheidung treffen und Ihre Ergebnisse beieinflussen.

Während der COVID-19 Einschränkungen haben viele von uns mehr Zeit im Home-Office verbracht. In diesem Zusammenhang hat unsere Nutzung digitaler Kommunikationsplattformen aus beruflichen sowie persönlichen Gründen zugenommen. Das zeigen uns zum Beispiel folgende Daten von LinkedIn:

  • 55-prozentige Zunahme der Aktivitäten wie Kommentare zwischen März 2019 und März 2020,
  • 300% mehr „Live Broadcasts“ während der Periode Februar und März/April 2020.

Auch die Nutzung von Webinaren oder Webveranstaltungen und das Anschauen von Videos hat zugenommen:

  • 272% mehr Kommentare, die während Live-Events in der Zeit von Februar-März 2020 geschrieben wurden, und
  • 180% mehr verbrachte Stunden beim Anschauen der Videos unter #LinkedInLearning =>  4 Millionen Stunden im März, 7.7 Millionen Stunden im April 2020.

Übrigens konzentrieren wir uns hier auf Plattformen, die für Arbeitszwecke genutzt werden, nicht privat. Deshalb entschieden wir uns bei unserer Betrachtung für LinkedIn, das als die Plattform zum geschäftlichen Austausch gilt.

LinkedIn ROI (Return on Investment – Investitionsrendite)

Heute wird man Ihnen vielleicht sagen, dass Zeit, sowohl persönliche als auch bei der Arbeit verbrachte, ein sehr wertvolles Gut ist. Dementsprechend sollte die Nutzung von Social-Media-Plattformen wie LinkedIn während der Arbeitszeit sowohl dem Einzelnen als auch dem Unternehmen zugute kommen. Vor diesem Hintergrund können sich einige Fragen stellen:

  • Stelle ich eine Aktualisierung, die mein Arbeitgeber auf der LinkedIn-Seite des Unternehmens vorgenommen hat, den Followern meines persönlichen LinkedIn-Profils zur Verfügung – ist diese Zeit gut genutzt?
  • Abgesehen davon, dass ich vielleicht einen meiner Freunde zum Lächeln bringe, wenn er meinen Kommentar zu dem Firmenbeitrag sieht, welche anderen Vorteile gibt es noch?
  • Hilft mein Austausch dabei, das Markenbewusstsein meines Arbeitgebers in meinem Bekanntenkreis zu steigern?

Wir wissen, dass zu viel Zeit auf sozialen Medienplattformen wie Facebook oder LinkedIn, im Gegenteil zu im Freien verbrachter Zeit, zu einem höheren Auftreten von Anzeichen von Depressionen (Artikel in Englisch) führen kann. LinkedIn und Instagram sind beides interaktive Plattformen, während Baidu, Match.com, Uber, AirBnB oder Hotels.com Vermittler oder Online-Marktplätze sind. Diese ermöglichen den Nutzern, Waren und Dienstleistungen oder Informationen einschliesslich Kontaktdaten zu kaufen oder auszutauschen.

Die öffentlichen Plattformen verfolgen unterschiedliche Ziele. Manche versuchen, ein glorifiziertes Rolodex zu sein (Rollkartei, ursprünglich ein rotierendes Dateigerät zur Aufbewahrung von Visitenkarten und Kontakten) um Ihnen dabei zu helfen, mit Ihren Kollegen und Bekannten in Kontakt zu bleiben. LinkedIn bietet uns dazu eine hervorragende Möglichkeit. Wir geben Ihnen eine kurze Zusammenfassung auf der Grundlage persönlicher Erfahrungen und Überlegungen.

Interesting read to check out: Cusumano, Michael A., Yoffie, David, B. & Gawer, Annabelle (Spring 2020). The future of platforms. MIT Sloan Management Review, pp. 46-54. Accessed on 2020-06-01 from http://sloanfreview.mit.edu/x/61304

Wie halten Sie LinkedIn-Gruppen am Leben? Persönliche Erinnerung

Wir haben im November 2009 eine Gruppe gegründet und bis etwa 2013 ziemlich gut gearbeitet. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Anwälte soziale Medien nutzen können und welche rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen sie für sich und ihre Mandanten berücksichtigen müssen. Viele juristische Koryphäen waren aktiv beteiligt. Jedoch war LinkedIn zu dieser Zeit für Anwälte noch sehr neu und die Welt hatte noch nicht ernsthaft mit der Nutzung sozialer Medienkanäle begonnen. Hier sind einige Fakten über unsere frühere Gruppe für Sie:

  • Titel: ursprünglich ‚Social Media for Lawyers‘, heute als Social Media for Lawyers with Nancy Myrland online
  • Gründer und Besitzer: Nils Victor Montan (ein hervorragender Rechtsanwalt). Kurz nach dem Launch hat man mich als Social Media Experten hinzugebeten. Nancy Myrland (ebenfalls eine Social Media Expertin) hat als Co-Moderatorin um 2013 angefangen.
  • Gegründet im November 2009
  • Anzahl der Mitglieder: 3’327
  • Moderation: Eine Vorabgenehmigung ist nicht erforderlich, aber die Verletzung der Prinzipien oder des Schwerpunktes der Gruppe kann zur Streichung von Inhalten führen.

Zu Beginn verbrachten wir jeden Tag mindestens 15 Minuten mit dem Schreiben der Antworten auf Beiträge oder Kommentare, die Mitglieder verfasst haben. Jeder sollte eine Antwort bekommen. Das haben wir 24 Stunden am Tag gemacht. Es war nicht allzu schwierig, wenn man bedenkt, dass Nils in den USA war und ich in Europa, allerdings hat es sehr viel Zeit gekostet.

Als mein Kollege Nils Montan dann das Gefühl hatte, dass sich seine Interessen verschoben hatten, arbeitete ich in einem Start-Up-Unternehmen. Ich musste also sehr vorsichtig mit meiner Zeit umgehen. Eine weiterer wichtiger Punkt war für mich, dass ich in diesen Jahren als Kleinunternehmer wohl kaum Kunden in Argentinien oder Singapur gewinnen und betreuen würde, trotzdem kamen viele unserer aktiven Gruppenmitglieder von weit her.

Also haben wir das Zepter etwa 2013 an Nancy übergeben. Sie ist eine sehr versierte Social-Media-Beraterin und hatte zuvor eine Zeit lang mit uns als Co-Moderatorin zusammengearbeitet. Sie leistet auch heute noch hervorragende Arbeit für Anwälte, indem sie verschiedene Social-Media-Plattformen bespielt. Die Dinge änderten sich aber: Nancy ist das aktivste Mitglied der Gruppe, die Anwälte – das Hauptpublikum – sind so gut wie inaktiv geworden.

Tatsache 1: Man braucht viel Ausdauer, um weiterzumachen. Selbst wenn Sie über die nötigen Ressourcen verfügen (die meisten grossen Firmen wie Philips tun das), lohnt sich dann die Mühe, vielleicht mehrere Arbeitsstunden pro Woche für die Moderation einer LinkedIn- oder Facebook-Gruppe aufzuwenden? Ist eine wöchentliche Aktivität ausreichend, oder muss man sich täglich engagieren?

LinkedIn Check: Groups have lost their shine, finding added value is getting to be difficult.
LinkedIn Check: Die Gruppen haben ihren Glanz verloren; einen Mehrwert zu finden, wird immer schwieriger.

Was ist das aktuelle Problem der LinkedIn Gruppen?

Viele der oben genannten Faktoren können selbst zur Beschreibung einiger der erfolgreichsten Gruppen dienen. Ein Beispiel von der globalen Verbrauchermarke Philips ist unten aufgeführt (siehe auch Screenshot oben). Warum sollte Philips verfügen, eine solche Gruppe zu schliessen?

  • Die Gruppe „Innovations in Health“ auf LinkedIn (kann nicht verlinkt werden weil seit 30. Juni 2020 geschlossen, d.h. nicht mehr „live“ auf LinkedIn)
  • Besitzer: Philips
  • Gegründet: September 2009
  • Anzahl Mitglieder im Juni 2020: 165’142
  • Moderation: Die Beiträge der Mitglieder müssen von den Moderatoren vor der Freischaltung genehmigt werden.
  • Geschlossen: Anfang Frühling 2020 informierte uns die Seite über die nahende Schliessung und verwies auf die Philips Hauptseite bei LinkedIn: „The Innovations in Health group will be closed on June 30, 2020. Please follow the Philips LinkedIn page to continue the conversation: https://www.linkedin.com/company/philips/

Offenbar hatte die Gruppe seit ihrer Gründung viele Mitglieder angezogen. Schon mit ihrem Namen war klar, dass ihr Hauptaugenmerk auf Gesundheit und Innovation lag. Jedoch ist die Moderation einer solchen Gruppe keine leichte Aufgabe und erfordert Zeit und Geduld. Mit anderen Worten, man muss die Charta der Gruppe durchsetzen. Wenn Beiträge nicht in die Charta passen, müssen sie zurückgezogen und die Leute gewarnt werden. Das wird nach einer Weile schmerzhaft, trotzden muss man höflich und professionell bleiben – obwohl die Mitglieder meistens wissen, dass sie die Richtlinien der Gruppe überschritten haben. Werden sie erwischt, reagieren manche Leute immer noch überrascht und irritiert, wenn sie gemassregelt werden.

Die grösste Herausforderung besteht darin, die aktive Beteiligung der Mitglieder aufrechtzuerhalten. Die Philips-Gruppe „Innovation im Gesundheitswesen“ und unsere frühere Gruppe „Social Media for Lawyers“ veranschaulichen dies sehr gut. Vor allem, weil es grundsätzlich darum geht, Ideen auszutauschen und Diskussionen über die unterschiedlichen Meinungen der Menschen zu führen. Zumindest in der Theorie.

Tatsache 2: Das einseitige Streuen scheint als ressourceneffizienter wahrgenommen zu werden als die Bewirtschaftung einer Gemeinschaftsgruppe (siehe Philips Corporate LinkedIn-Profil als Unternehmensseite).

Gehören einige dieser Plattformen, die angeblich Diskussionen und Dialog fördern wollen, nicht mehr in die heutige Zeit? Sind sie wie ein Luftballon – die Luft ist raus, die Neuheit hat sich abgenutzt, und der LinkedIn-ROI gehört der Vergangenheit an?

LinkedIn ROI-Check und KPIs der Beteiligung

Marketing Fachleute wissen, dass die Wertsteigerung von nutzergenerierten Inhalten einer der Träume ist, die uns verkauft werden. Insbesondere sind Firmen angeblich in der Lage, in Bezug auf Engagement-Raten und ROI an Boden zu gewinnen. Wirklich? Wie oft werden Sie sich das Hornbach-YouTube Video ansehen, das zwar witzig und dennoch wenig informativ zum Kauf der Produkte führt? (nur 15 Tausend Views in 5 Jahren)

Buffalo Wild Wings (ein US Anbieter von frittirtem Chicken, prominent vertreten auch bei Sportveranstaltungen) hat in nur sechs Tagen ein Video mit selbst gedrehten Fan-Videos erstellt. Wegen dem Ausbleiben von Live-Sportveranstaltungen zeigt das Video eine Reihe von Menschen, die zu Hause ihre eigenen erfundenen Sportarten kreieren. Es wurden inzwischen tatsächlich 100.000 Aufrufe erzeugt, aber hat die Werbung auch zum Verkauf des Produkts beigetragen? Da sie in der Presse als ein lobenswertes Beispiel dafür erwähnt wurde, wie man es richtig macht, ist der Bekanntheitsgrad der Marke sicherlich gestiegen. Das ist grossartig.

Bei den beiden obigen Beispielen handelt es sich um Business-to-Consumer (B2C)-Situationen, aber wenn wir uns LinkedIn ansehen, scheint es im Business-to-Business (B2B)-Bereich keine grossen Unterschiede zu geben. Zur Veranschaulichung: Es wird angenommen, dass die sozialen Medien uns alle von einer „Ausstrahlkultur“ (wenige senden an viele) zu einer Kultur gebracht haben, in der viele an wenige oder vielleicht viele senden. Diese folgen, beteiligen sich, diskutieren, antworten und so weiter. Einige Fernsehsendungen verwenden bei Live-Veranstaltungen Hashtags und Twitter-Umfragen, offenbar um ihr Publikum besser zu erreichen.

Die Moderatoren der Gruppe „Innovations in Health“ haben mich auf die Philips Firmenseite verwiesen. Die hat 1,6 Millionen Follower, aber:

  • 100, 20, oder weniger Likes pro Beitrag, davon sind scheinbar 80% Philips Mitarbeiter*Innen, und
  • Null Kommentare oder Aktivitäten während des letzten Monats oder noch länger. Okay, vielleicht findet sich dort ein Kommentar aber mehr nicht, auch keine Antwort vom Autoren.

Wenn wir nur über unsere Produkte posten, wie es Philips und viele andere grosse Unternehmen tun, haben wir eine Dialogmöglichkeit zu einem Werbekanal degradiert. Sie bietet unseren potenziellen Kunden im Grunde genommen wenig bis gar keinen Mehrwert. Ist das schlecht oder ist es nur eine Verschiebung der Kommunikationsrichtung? Halten wir eine einseitige Kommunikation für effektiver als den Dialog mit unseren Kunden, beispielsweise auf LinkedIn oder Xing?

Tatsache 3: Eitle Metriken, wie z.B. einfache Follower-Zahlen als „mögliche Reichweite“, erzählen nicht die ganze Geschichte. 50 „Likes“ mögen in Ordnung sein, aber wenn Sie keine substantielleren Leserkommentare erhalten, die an sich schon einen Mehrwert zum Original darstellen (d.h. mehr als nur „toller Beitrag“), wen kümmert das? Natürlich ist es ein Muss, dass der/die Autor(en) auf den Kommentar antwortet/antworten, andernfalls wird sich der/die Kommentator(in) wahrscheinlich nicht wertgeschätzt fühlen. Die Chancen stehen dann gut, dass er/sie nie wieder einen Kommentar abgeben wird.

Time Sink: ROI von LinkedIn, Instagram, etc. brauchen viel Zeit. As lohnt und was nicht?
Zeitverschwendung: Pflege von LinkedIn, Instagram, usw. braucht viel Zeit. Lohnt sich der Einsatz?

LinkedIn: Schlussfolgerung

Wie bei Xing und anderen Plattformen bleibt die Tatsache bestehen, dass LinkedIn eine modernisierte elektronische Rollkartei ist. Ich kann Informationen über eine Person finden, auch wenn sie den Arbeitsplatz gewechselt hat. Leider erschwert das in einigen Fällen die Benutzer, indem sie in ihrem Profil keine Kontaktangaben angeben. Dies hilft LinkedIn oder Xing dann dabei, kostenpflichtige Abonnements zu verkaufen, die es ermöglichen, Personen direkt über die Plattform anzuschreiben.

Die Personen, die Sie wirklich erreichen möchten und die Ihnen in Ihrem B2B-Geschäft helfen können, sind möglicherweise Führungskräfte im Einkauf oder in der Produktentwicklung Ihres gewünschten Kundenunternehmens. Diese haben vielleicht weder die Zeit noch sind sie bereit, sich die Zeit zu nehmen, um bei LinkedIn oder Xing aktiv zu sein.

LinkedIn Gruppen ermöglichen die Verbindung zu und Austausch mit Gleichgesinnten aus Ihrer Branche.

Neil Patel

Das Zitat von Neil Patel (ein britischer Autor, Unternehmer, Marketer und Blogger) ist interessant. Es setzt voraus, dass diejenigen, die Sie erreichen wollen, auf der Plattform aktiv sind und sich engagieren wollen. Wer hat die Zeit dazu, ausser Leuten wie Neil, der versucht, uns davon zu überzeugen, dass es sich lohnt? Selbst wenn Sie, wie Neil behauptet, einer der 40 Top-Digitalstrategen sind, können Sie diese Fakten nicht ändern 😅.

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU – siehe EU-Definition) kann es ein gutes Gefühl vermitteln, Geschäftskontakte in fremden Märkten zu haben, auch wenn sie dort als Unternehmen nicht aktiv sind. Offensichtlich hat ihre Marketing- und Markenkampagne funktioniert, oder? Dennoch werden diese Kontakte und ihre Interaktion die Kasse nicht zum Klingeln bringen – weder heute noch morgen. Auch werden solche LinkedIn-Kontakte Ihnen nicht dabei helfen, die Miete am Ende dieses Monats zu bezahlen.

Insgesamt haben wir festgestellt, dass die meisten aktiven Menschen auf LinkedIn die Plattform als Marktplatz für den Informations- und Ideenaustausch nutzen. Darüber hinaus finden sie es hilfreich, in lockerem Kontakt mit (ehemaligen) Kollegen zu bleiben, da wahrscheinlich jeder das Profil auf dem neuesten Stand halten wird. Wir haben auch von einigen wirklich kleinen Unternehmern (Coaches, One-Man-Shows usw.) gehört, die Anfragen für Gespräche, Sitzungen oder kleine Geschäftsmöglichkeiten über LinkedIn erhalten. Für grosse Unternehmen wie Philips tragen LinkedIn und ähnliche Plattformen zur Markenbildung bei und erzeugen keinen Umsatz.

Teilen Sie bitte mit uns Ihre Erfahrungen in den Kommentaren:

  • Wie sehr mögen und nutzen Sie LinkedIn und wie viel Zeit verbringen Sie damit, sich einzubringen, zu kommentieren oder zu posten?
  • Woher wissen Sie, ob sich die investierte Zeit lohnt?

Interesting read to check out: Heffer, Taylor, Good, Marie, Daly, Owen, MacDonell, Elliott, and Willoughby, Teena (2019-06). The longitudinal association between social-media use and depressive symptoms among adolescents and young adults: An empirical reply to Twenge et al. (2018) (see also ResearchGate). Clinical Psychological Science, 7(3), 462-470. DOI: 10.1177/2167702618812727. Accessed on 2020-07-20 from https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/2167702618812727?journalCode=cpxa& or ResearchGate

Hier geht es um die effektivere Nutzung von Bewegtbild in der Corporate Communication. Unsere Video-Marketing-Checkliste hilft Ihnen, diese Arbeit zu optimieren.
Im Folgenden finden Sie 10 Tipps für die Planung eines erfolgreichen Marketing Videos mit Bonus Tipp(s).

Noch mehr zum Thema Video Marketing finden Sie hier von Patrizia Sinistra:

Dieser Beitrag wurde als Zusatzinhalt zum 4. MCLago Happy Hour Webinar erstellt. Mehr Infos auch hier:

Sie können eine Zusammenfassung der Punkte aus diesem Beitrag als Checkliste herunterladen und hier den Beitrag vom MC Lago studieren.

Warum lohnt sich ein Video? Planung macht es möglich

Zuerst muss uns klar sein, dass nur gute Videos den gewünschten Impakt oder Resonanz bringen können. Es wird nämlich bereits eine Riesenmenge von Videos produziert.

Die Anzahl der neuen Videos ist enorm. Sagen wir, eine Person möchte die in der Zeitspanne von einer Woche hochgeladenen Videos auf den beliebtesten Kanälen auf YouTube anschauen. Würde sie das tun, müsste sie allerdings täglich acht Stunden lang ohne Pausen oder freie Tage aufwenden und bräuchte hierfür 16 Jahre (Pew Research – 2019-07). Das zeigt die Problematik des Überangebots. Bei neuen Videos ist Qualität gefragt und auch Glück nötig, ansonsten geht man in der Masse unter.

Um diese Situation besser meistern zu können, muss ganze Arbeit geleistet werden. Der Anfang bildet dabei die Marketing und die Digital Marketing Strategie. Videos oder Bewegtbilder müssen mit der Digital Marketing Strategie koordiniert sein.

Mithilfe dieser Planungsarbeit merken wir sehr bald, dass das Posten eines einzigen Videos in 12 Monaten zu wenig ist. Für Klein- und Mittelstandsbetriebe (KMU) sprengen jedoch 100 Videos das Budget. Möglicherweise ist es aber gut umsetzbar, 6 Videos beispielsweise im Bereich der Produktnutzung, mit Fallstudien beim Kunden oder aus der Rekrutierung zu veröffentlichen. Die gewünschten Themen sollen kurz aufgeschrieben werden und Teil des Content Plans sein. Hier unsere Hilfestellung:

  • Ziel – was wollen wir mit dem Video erreichen?
    • Produkt promoten (z.B. warum ist Migros Ice Tea besser als Lipton’s Ice Tea – Pepsi versus Coke…),
    • Erklärung/Weiterbildung – so ersetzen Sie den Wasserfilter in der Jura Kaffeemaschine (How To Kategorie – SEO Tipps), oder
    • Fun/Unterhaltung – für Firmen eher weniger praktikabel, aber manchmal möglich. PS: Humor ist oft kulturabhängig und funktioniert manchmal anders über die Landesgrenze hinaus, z.B. Schwierigkeiten bei der Übersetzung von Deutsch auf Englisch (z.B. Ironie, Wortspielereien übersetzen ist oft fast unmöglich).
  • Budget – welche Ressourcen brauchen wir und welche stehen uns zur Verfügung?
    • Materialkosten – wie viel muss ich in der Vorbereitungsphase, während der Dreharbeiten und in die Nachbearbeitung investieren? Muss ich neues Equipment oder Bearbeitungssoftware kaufen oder mieten? Muss ich Räumlichkeiten mieten?
    • Personalkosten – wer kommt von extern/intern und wieviel Zeit brauchen diese Personen? Es geht um das Konzept, Vorbereiten des Scripten, Anreise zu Dreharbeiten (weitere Kosten?), eventuell Übernachtungskosten und Spesen, Produktion und Postproduktion und nicht zuletzt, wer wie das Video bei Kunden promoten soll (siehe auch KPIs weiter unten). Die Personalzeit, die ich berechnen muss, sind also nicht nur die Stunden des eigentlichen Drehs.
    • Auf welchen Plattformen will ich publizieren und wie mache ich darauf aufmerksam – daraus ergeben sich eventuell weitere Zeit- und Personalkosten. Ich muss für unterschiedliche Social Media Kanäle unterschiedliche Formate vorbereiten (Länge des Videos – 5 Minuten auf YouTube, 30 Sekunden auf Instagram, mit Untertiteln oder ohne, unterschiedliche Hintergrundmusik, andere Voice-over Sprachen usw).
  • Administration
    • Copyright – Vereinbarung mit teilnehmenden Mitarbeitern, usw. (Download Vorlage Vereinbarung mit Mitarbeitern/Azubis von drkpi hier),
    • Review Prozess – alle Versionen (z.B. für YouTube oder Instagram) müssen vorher überprüft werden unter Berücksichtigung aller Sprach- und Kulturgebiete. Neuestes Negativ-Beispiel: Shitstorm um das Video für den neuen VW Golf vor dem Hintergrund der Bewegung „Black Lives Matter“. Dem Instagram Video in Deutsch (siehe ganz unten im Beitrag) sagte man rassistische Nähe nach, worauf VW den Clip löschte.
    • Skript – Wort für Wort aufschreiben oder Themen skizzieren. Das Video von drkpi unten ist frei gesprochen mit Hilfe der Slides, welche der Präsentator während des Webinars mit Teilnehmenden vorliegen hatte (siehe gleich hier im Beitrag).

Wer ist unsere Zielgruppe für das Video Marketing? Generationen berücksichtigen

Sobald wir wissen (siehe oben), um was es gehen soll und welchen Fokus das Video haben soll, geht es zum Dreh.

  • Art der Zielgruppe – wen wollen wir ansprechen?
    • Konsumenten B2C,
    • Firmen B2B, oder
    • Kombination von Firmen und deren Konsumenten/Firmenkunden, private wie auch institutionelle Investoren.
  • Sozio-ökonomische und -demographische Faktoren unserer Zielgruppe(n)? – Millennials, Generation X oder Y … für Marketingprofis
    • Alter – z.B. hat Generation Z mit 8 bis 23 Jahre (2020) andere Bedürfnisse/Wünsche als Generation X – 40 bis 55 Jahre alt,
    • Gender – Mann, Frau, divers, und
    • Bildung/Sprachraum: DE, FR, EN (USA versus Kanada, Australien, UK).
  • Wo und wann erreichen wir die Zielgruppe – das Multitasking (während einer Konferenz oder abends beim TV-Film schauen hat man weniger Konzentration für unser Video)
    • Wo – Im Zug/Auto, Büro oder zu Hause angeguckt (Konzentration ist im Zug sicherlich anders als zu Hause im stillen Wohnzimmer),
    • Gerät – Tablet, PC, TV, Smartphone und
    • Plattform – Webseite, Kanäle (z.B. LinkedIn, Instagram oder TikTok).

Ein Video in voller Länge ist auf YouTube oder Vimeo vielleicht 10 Minuten lang. Auf Instagram soll es aber kürzer sein, wie z.B.

  • Instagram Feed Video Length und Instagram Video Ad Length: 3 – 120 Sekunden
  • Instagram Story Video Length: Maximal 15 Sekunden pro Story Card
  • IGTV Video Length: 15 Sekunden – 10 Minuten (für ein paar Accounts bis zu 1 Std.)
  • Instagram Live Video Length: Bis zu 60 Minuten
  • Instagram Story Video Ad Length: bis zu 120 Sekunden

Pinterest akzeptiert Videos als MP4- oder MOV-Dateien bis zu einer Größe von 2 GB, d.h. je nach Qualität sind 5 Minuten möglich (850 MB bis 1.75 GB). Ideal sind entweder das quadratische Format (1:1) oder wie bei Bildern das Hochformat.

Wie messen wir den Erfolg vom Video Marketing? 3 KPIs

1 bis maximal 3 KPIs oder Key Performance Indicators reichen. Auch hier ist es wichtig, sich vor Augen zu halten, dass das Erreichen der Zielgruppe das Ziel ist. Im B2C Bereich hoffen wir auf Konsumenten aus dem Markt oder Land, in dem der Kunde zu Hause ist. Im B2B Bereich sind es die möglichen Kunden der Produkte oder Dienstleistung.

Die meisten Marketers sind sich einig, dass ihre Zielgruppe in eine von drei Kategorien passt:

  • Dem Kunden fehlt die Bekanntheit/Awareness mit Brand/Produkt/Dienstleistung oder er hat das Vertrauen nicht (mehr),
  • Der Kunde fühlt noch Unsicherheit über Marke/Produkt/Dienstleistung/Arbeitgeber – Sicherheit mit Informationen verbessern, im Video erklären, wie das Produkt funktioniert, wenn richtig genutzt oder warum es sich lohnt, sich für diese offene Stelle zu bewerben,
  • Bereit zum Entscheid/Kauf: Der Kunde befindet sich in der Entscheidungsphase; wo bewerbe ich mich für die neue Lehrstelle, welches Shampoo kaufe oder bestelle ich demnächst usw.

Video Marketing muss deshalb für jedes Video berücksichtigen, wo sich das gewünschte Zielpublikum auf seinem Weg und in seiner Absicht zum Kaufentscheid befindet. Welches der drei möglichen Markenziele ist demnach Ihre Priorität Nr. 1?

Oftmals ist der Kunde vielleicht nicht vertraut mit dem Arbeitgeber und unsicher ob er sich für beispielsweise einen Ausbildungsplatz bewerben soll. Das heisst, der Inhalt muss diese Aspekte berücksichtigen, ansprechen und wenn möglich aufklären. Der Inhalt vom Video muss diese komplexe Realität wiederspiegeln – Bsp.

Wir sind uns sicherlich alle einig, dass viele Views von nicht relevanten Zielgruppen wie Youngsters aus China oder Bots nicht hilfreich sind, wenn wir Werkzeugmaschinen im Wert von mehr als 1 Mio. Euro pro Stück verkaufen möchten. Beim Verkauf von Hygieneartikeln wie z.B. Seifen oder biologischen Shampoos in recycelbaren Behältern lohnt sich der Besuch eines Teenagers aus einem Land, in welchem er unser Produkt auch kaufen kann.

  • Views – diese Faktoren gilt es im KPI zu berücksichtigen
    • Plattform: Direkte Views/Ansichten vom Video auf TikTok, YouTube, Vimeo, usw.,
    • Website – YouTube Video auf Website eingebettet vs. Views von eingebettetem Video auf anderen Webseiten, und Views auf
    • Social Media wie Twitter, Instagram, Facebook und Pinterest.
  • Zeitfaktor – wie lange wurde das Video im Durchschnitt angeschaut => nur kurz, bis zur Hälfte, oder haben die meisten Viewer zu Ende geschaut?
  • Eigene Mitarbeiter als „Verkäufer“ oder Vermarkter des Videos bedenken – sie haben eigene Netzwerke auf Social Media Plattformen, teilen sie unsere Inhalte? => Hilfe mit Hashtags und Ähnlichem anbieten
    • Newsletter – Abonnenten erhalten Link, klicken darauf,
    • Email/Telefon – Mitarbeiter erwähnen das Video oder verlinken es in Signature Box in Emails, und
    • Social Media – Mitarbeiter und hoffentlich auch Kunden teilen den Link auf deren Social Media Accounts wie z.B. Instagram, LinkedIn und Twitter.

Schlussfolgerungen: Video Marketing ist kein Werbespot

Video Marketing ist ein sehr gutes Instrument zur Kommunikation mit Kunden, Interessenten sowie anderen Stakeholdern.

Natürlich sind Schüler im Alter von 13-16 Jahren, die einen Ausbildungsplatz suchen, ein anderes Zielpublikum als Väter oder Mütter der Generation Millennials, welche eine neue Anstellung im Bereich Büro/Buchhaltung/Personal suchen. Für Leser der drkpi Blogbeiträge ist dies einfach nachzuvollziehen.

Die Corporate Videos, welche wir auf den Webseiten von Firmen finden, sprechen oft eine unklare Sprache. Sie sollen Wissen zum Unternehmen oder zu Produkten vermitteln. Doch scheint es manchmal so, als ob die Bedürfnisse vom Zielpublikum nicht in die Planung des Videos eingeflossen sind. Sowie für uns der Mehrwert, muss für den Zuschauer die Message und der Nutzen des Videos klar ersichtlich sein. Dass jemand ein toller Arbeitgeber ist oder ein bestimmtes Shampoo besser für meine Haare ist („so bleibt Ihr Haar gesund“) muss ich verstehen. Auch warum ich dieses Produkt mit der bestimmten Merinowolle-Herkunft kaufen soll, muss in der Video Botschaft vermittelt werden (klasse Beispiel von Rotauf – 5 Tonnen Merinowolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung – Video(s)).

10 Tipps fürs Video Marketing: Download Video Marketing Checkliste hier (anklicken)

Hier gibt es weitere Downloads von Checklisten.

Haben Sie Beispiele von vorbildlichen Corporate Videos, welche die Message gut vermitteln? Haben wir vielleicht einen wichtigen Punkt vergessen? Bitte hinterlassen Sie uns einen Kommentar. Wir sind Ihnen für Ihre Hilfe schon jetzt dankbar. Merci.

Technische Hilfsmittel machen datengesteuertes Krisenmanagement einfacher und schneller. Doch der Teufel liegt auch hier im Detail. Die Qualität der Daten (z.B. Influencer Marketing) oder deren richtige Interpretation (NZZ und wer mehr streamt geht öfter ins Kino – wirklich?) sind elementar. Die Coronakrise zeigt auch, dass falsche Sparübungen negative Auswirkungen haben, welche sich bei der Bekämpfung einer Pandemie rächen (z.B. Budgetkürzungen am falschen Ort).

Präsident Donald Trump’s Meldungen auf Twitter zur #CoronaKrise sind schon heute vom Wahlkampf geprägt und verärgern die Gouverneure oder aber führen dazu, dass Twitter einen Fact Check Link einem Tweet hinzufügt. Präsident Trump hat sich auch schon per Dekret an Twitter gerächt.

Kürzlich fragte mich ein Teenager zu diesem Thema:

Wie können wir Pandemien zukünftig besser managen?

Teenager frägt drkpi®

Die Antwort auf die Frage bringt dieser Beitrag mit Beispielen aus der Schweiz, Deutschland, UK und den USA.

Rankings und das US Gesundheitssystem

Ranglisten werden mittlerweile in inflationärem Mass produziert. Doch solche Rankings können auch immer wieder methodische Schwächen haben. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus und der Problematik von Ranglisten ist der Global Health Security Index interessant. In der global vernetzten Welt kennen Krankheitserreger keine Grenzen. Sie verbreiten sich rasend schnell. Als Antwort auf Sars haben die 194 Mitgliedsländer der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Mai 2005 die aktualisierten International Health Regulations (IHR) angenommen. Die Mitgliedsländer verpflichteten sich in diesen Regularien, eine Art globaler Pandemieplan umzusetzen.

Darin werden einige Faktoren überprüft, um festzustellen, wie gut die Gesundheitssysteme in verschiedenen Ländern funktionieren. Prinzipiell sind reichere Länder besser für Epidemien gerüstet als ärmere.

Global Health Security Index

Der Indexwert im Global Health Security Index reicht von 0 – 100 und wird dafür genutzt, den Grad der Pandemie- und Epidemievorsorge in einem Land festzustellen.

Bei 195 verglichenen Ländern landet Österreich mit 58.5 Punkten auf dem 26. Platz. Deutschland landet auf dem Platz 14 mit 66 Punkten, knapp hinter der Schweiz mit 67 Punkten auf Platz 13.

Die USA sind mit grossem Abstand die Nummer 1 in der Rangliste mit 83,4 Punkten aus 100 Maximalpunkten, gefolgt von Grossbritannien mit 77.9 Punkten auf Platz 2. Spanien dagegen mit 65.9 Punkten landet auf Platz 15 und Italien mit 56.2 Punkten auf Platz 31. Ghana mit 35,5 Punkten auf Position 105 von 195 Ländern. Kann diese Rangliste noch stimmen, wenn wenn wir uns die Covid-19 Infektionen in den beiden Top Ländern anschauen?

Global Health Security Index: Praxistest USA

Das Gesundheitssystem in den USA is stark fragmentiert und privatisiert. Die US Regierung bezahlt z.B. über Medicare (Senioren) und Medicaid (Arme Bevölkerung) und über andere Wege mehr als 50% der gesamten Gesundheitskosten. 4 oder mehr Prozent der Amerikaner – je nach Gegend – haben allerdings keine Krankenversicherung. Manchmal bis zu 80% der Patientenaufenthalte einer Klinik werden über Medicare und Medicaid bezahlt. Doch die Preise, die diese staatlichen Versicherungssysteme an die Kliniken zahlen, sind oftmals nicht für verschiedene Eingriffe kostendeckend (siehe Hook, Leslie 2020-05-2/3). How coronavirus broke the US healthcare system – FT S. 14/15).

Die obigen Faktoren haben zur Folge, dass rund 30%-40% der amerikanischen Kliniken ein hohes kurzfristiges Risiko der Zahlungsunfähigkeit haben. Alle 3 Wochen schliesst eine Klinik auf dem Lande. Anfang März 2020 hatten die USA 15 Fälle von Covid-19. Präsident Donald Trump hat zur selben Zeit verkündet, dass mehr als 4 Mio Test-Kits innerhalb einer Woche zur Verfügung gestellt würden. Doch auch 10 Wochen später – Mitte Mai – war dies noch nicht der Fall und bis anhin wurden weniger als 3% der Bevölkerung getestet. Und die Zahl der Infizierten wuchs rasant.

Heute ist die USA die #1 bei Todesfällen, Infektionen und vielleicht auch Missmanagement. Zum Beispiel versucht das Center für Disease Control (CDC) seit Wochen, einen Corona Test zu entwickeln. Dabei gab es schon Ende Januar von der WHO genehmigte Tests aus Deutschland zum Import (siehe auch Luce, Edward 2020-05-16/17. Trump and the great coronavirus meltdown. FT, Life & Arts, S. 1 & 15).

Präsident Trump liess sich durch seine Vorurteile leiten anstatt auf die Wissenschaft zu hören. So etwas können wir uns bei einer Pandemie nicht leisten. Auch die Konfiszierung von Beatmungsgeräten im Transit zeugt von Chaos im Krisenmanagement. Beispielsweise wurden Im April 600 Beamtmungsgeräte auf deren Route von China über Miami nach Brasilien gestoppt. Anfangs Mai beim Stopover zur Kerosinauftankung in New York waren es 250 Geräte, welche die USA zurückbehalten haben.

Auch Präsident Trump’s Behauptung, dass wir in ein paar Monaten eine Impfung gegen Corona Virus haben werden, ist erstaunlich. Im Durchschnitt dauert es 10.71 Jahre um einen Impfstoff zu entwickeln. Nur gerade 6% der Forschung auf diesem Gebiete führt zum Erfolg.

Der Tweet von Präsident Trump und der Fact Check Link von Twitter (anklicken zur Ansicht). Der Präsident ist schon heute im Wahlkampfmodus, und macht sich Sorgen um seine Wähler in Bundesstaaten welche hart vom Coronavirus betroffen sind.

📌 In Michigan hat er bei der Wahl von 2016 die 11 electoral Votes mit nur 11,000 Wählerstimmen gewonnen – einer 0.26% Marge. 

🔎  Die #Coronakrise: Fast 55,000 Leute wurden in Michigan positiv auf Coronavirus getestet und 5,266 sind gestorben. Nach NY, NJ und MA die viert-höchste Zahl von Toten. Das könnte einige Wähler verärgern….. doch Trumps Antwort und #Fake News sind hier nicht hilfreich, um die Krise in den Griff zu bekommen. Vielmehr ist es eine gelungene Ablenkung von mangelhaftem Krisenmanagement.

👉 2020-05-27 Mittwoch versah Twitter zum ersten Mal auch die Tweets des Sprechers des chinesischen Aussenministeriums mit Hinweisen. Dies nachdem er behauptet hatte, dass das Coronavirus vom amerikanischen Militär geschaffen worden sei.

FIRST Präsident Trump Tweet mit einem Fact Check Link versehen von Twitter: Versetzt Trump in Wut.
FIRST Präsident Trump Tweet mit einem Fact Check Link versehen von Twitter: Versetzt Trump in Wut.

PS. Auch der britische Premierminister Boris Johnson liess sich von Vorurteilen und seiner eigenen Meinung leiten. Diese Einstellung hat sich wohl durch seine Einlieferung auf die Intensivstation ein wenig geändert. Doch solche Fehleinschätzungen führen zu Missmanagement und der daraus folgende Schaden ist immens.

Fazit: Rankings helfen nicht immer beim Krisenmanagement

Das US Beispiel zeigt, dass ein Ranking, welches auf dem Ausfüllen eines Fragebogens basiert, nicht unbedingt gut voraussagt, wie die Dinge in der Praxis funktionieren. Die USA hat zur Zeit mehr als 100’000 Coronavirus Tote zu beklagen.

Donald Trump hat mehr als 80 Millionen Followers auf Twitter. Er verbreitet dabei täglich mehrmals seine wüsten Behauptungen, Verschwörungstheorien und Beschimpfungen an ein weltweites Publikum. Diese Art von Krisenkommunikation hilt nicht die Coronakrise besser zu managen.

Kommunikation und datengesteuertes Krisenmanagement Schweiz

Im Global Health Security Index landet die Schweiz mit 67 Punkten auf Platz 13. Während der Coronakrise hat sich gezeigt, dass viele Zusammenhänge wichtig sind, um eine Pandemie effektiv managen zu können. Diese haben oft keine Korrelation mit der Punktzahl, welche die Schweiz beim Global Health Security Index erreicht hat.

Beispielsweise hat das Schweizer Militär während der Coronakrise wichtige Aufgaben übernommen. Nichtdestotrotz wurden die aufgebotenen Sanitätstruppen gebeten, für die ersten 2 Tage die Verpflegung gleich mitzubringen. Nicht gerade ein Vertrauensbeweis in Sachen Organisation und Krisenmanagement.

Das Fax ist NICHT das Problem…

Der Bund hatte Mühe die Fallzahlen zu ermitteln, obwohl Ärzte und Laboratorien verpflichtet waren, Fälle innerhalb von 24 Stunden dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) zu melden. Die Formulare dazu sind auf der BAG Webseite in PDF Format erhältlich. Sie können aber nicht direkt am Computer bearbeitet werden, sondern müssen zuerst ausgedruckt, von Hand ausgefüllt und per FAX an das BAG übermittelt werden. Dort werden diese handschriftlichen Daten in die Datenbank händisch eingetragen.

Dieses FAX Problem, das seit 2012 bekannt ist, haben wir bereits diskutiert. Eine externe Evaluation hat in 2012 festgestellt, dass die Übermittlung der Daten via Fax nicht effizient ist und zu einem unnötigen Risiko für Fehler bei der Eingabe in die Datenbank führen kann. Das BAG kündigte daraufhin ein elektronisches Meldesystem für 2013/14 für Ärzte an. 2020 sagt uns die Website, dass an einem elektronischen Übermittlungssystem für Laboratorien gearbeitet wird und für Ärzte sei das System weit fortgeschritten. Doch während der Covid-19-Pandemie ist es immer noch nicht erhältlich. Warum dauert das so lange?

Hier zeigt sich, dass das Fax nicht das Problem ist. Dass wir jedoch dieses Risiko nicht rechtzeitigt beseitigt haben führte dazu, dass es in Zeiten der Krise aufgedeckt und als Schwachpunkt identifiziert wurde.

CH Bundesamt fuer Gesundheit empfiehlt Masken tragen. Warum keine klarere Aussage für den öffentlichen Verkehr - Masken tragen "Pflicht"?
Schweizer Bundesamt für Gesundheit empfiehlt Masken tragen. Warum keine klare Aussage für den öffentlichen Verkehr – Masken tragen „Pflicht“?

Debakel mit den Masken

Das obige Plakat zeigt, dass in der Schweiz das Bundesamt für Gesundheit das Tragen von Mund-und-Nasenschutz empfiehlt. Gemäss Daten tragen z.B. in der Region Zürich nur 5 bis 10% der Gäste im öV eine Maske. Doch wie geht das in Zukunft, wenn in den Stosszeiten der 2 Meter Abstand nicht mehr eingehalten werden kann?

In der vom Coronavirus hervorgerufenen „ausserordentlichen Lage“ sagt der Bund, wie die Pandemie gehandhabt wird. Grundlage ist die „Verordnung über die Koordination des Verkehrswesens im Hinblick auf Ereignisfälle„. Damit beauftragt der Bund die Bundesbahnen (SBB) und die Postauto AG für den übrigen ÖV samt Tram zu dieser Koordination. Die SBB und die Postauto AG arbeiten ein Schutzkonzept aus. Dieses setzt auf Eigenverantwortung und Solidarität der ÖV Nutzer.

Doch wie kriegen wir eine kritische Masse an Leuten dazu, die das Tragen von Schutzmasken als sinnvoll und vernünftig erachten und demzufolge eine im Bus oder Tram aufziehen? In dichtbesiedelten Gebieten wie um Zürich herum herrschen andere Verhältnisse als in Randregionen.

Das Tragen wurde nicht klarer, weil der Bund am Anfang der Krise die Maske nicht empfahl, primär weil die Schweiz davon zu wenig hatte. Heute ist die Situation anders. Doch die meisten Leute sehen heute nicht mehr ein, warum sie einen Mund-und-Nasenschutz tragen sollten.

P.S. 2015 waren 168,800 FFP2- und FFP3-Masken, die sich für den Einsatz im Gesundheitswesen eignen, in der Pflichtlagerhaltung. Auch Ende 2019 präsentierte sich die Anzahl unverändert. Schon 2015 wurde der Bund aufgefordert, die Menge der Masken zu erhöhen. Denn wie sich während der Pandemie gerausgestellt hat, waren es viel zu wenige Masken für das schweizerische Gesundheitswesen. Wissen der Sachlage ist das Eine, die Situation zu verbessern etwas ganz anderes.

Fazit: Datengesteuertes Krisenmanagement muss sich den Gegebenheiten anpassen

Ein Blick in die Welt zeigt eine weitere Problematik. Kurzfristige Wahlversprechen Kosten zu senken können zu langfristigen Auswirkungen führen, welche bei der Bekämpfung einer Pandemie die Schwächen eines Systems klar aufdecken. Mit schlimmen Konsequenzen. In der UK wurde seit 2010 die Anzahl der Vollzeitangestellten beim Regulator „The Health and Safety Executive“ auf 2,400 runter gefahren. Diese inspizieren unter anderem landesweit die Altersheime. Die Anzahl der lokalen Inspektoren, welche Lager, Läden und Restaurants kontrollierten, wurde um gut 50% gestrichen. Heute sind es noch 480 Vollzeitstellen insgesamt. Auch in den USA war die Anzahl der Inspektoren für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz seit 1970 nicht mehr so tief wie heute.

Ohne Personal für die notwendigen Inspektion in Sachen Einhaltung von Gesundheits- und Sicherheitsregeln in Spitälern, Altersheimen, Restaurants, usw. kann nicht sichergestellt werden, dass die Regeln von allen richtig und zum Schutz aller umgesetzt wurden.

Schlussfolgerungen

Dieser Beitrag zeigt, dass die Gefahr gross ist, komplexe Zusammenhänge durch oberflächliche Kategorisierungen zu simplifizieren, wie dies mit dem Global Health Security Index geschieht. Auch in einer globalisierten Welt gibt es kulturelle Eigenheit und in grossen Ländern regionale Unterschiede. In Krisensituationen werden einem immer wieder die Schwächen eines Systems aufgezeigt. Für die Versäumnisse müssen wir dann immer bezahlen, vor allem wenn wir die uns bekannten Risiken nicht ausgemerzt haben (Bsp. Datenübermittlung der Coronavirus Fälle handschriftlich per FAX).

A Datengesteuerte Krisenkommunikation braucht „gute“ UND öffentliche Daten

Gemäss einer Recherche bei den Kantonen ereigneten sich mehr als 50% von den 1655 Covid-19-Todesfällen (BAG, Stand 29.5.20) in der Schweiz in Alters- und Pflegeheimen.
Diese Daten sind jedoch zum Teil ungenau, weil die Kantone Aargau, Baselland, Solothurn, Schaffhausen über keine Daten verfügen oder diese aber gemäss Recherche nicht publizieren. Die Kantone Uri und Jura haben z.B. auf eine Anfrage vom Tages-Anzeiger nicht reagiert.

Ohne genaue Zahlen hat weder eine offiziell verantwortliche Stelle noch die Öffentlichkeit die notwendigen Fakten, um die Krisensituation effektiv meistern zu können.

Eine Diskussion über oder aber die Überprüfung solcher Zahlen und deren Annahmen ist notwendig für ein effektives Risiko-Management. Dies umso mehr, da die obersten Entscheidungsträger*innen bei deren Arbeit solche Zahlen nutzen um unsere Sicherheit zu verbessern.

B Planung und Eliminierung von bekannten Risiken ist Pflichtprogramm für effektives Management

Gute Planung des Vorgehens in einer Krise ist, wie auch im Projektmanagement, wichtig. Dazu gehört Risikoanalyse und das Eliminieren oder Abschwächen der bekannten Risiken. Wenn Schwachstellen wie z.B. bei Datenerfassung und -übermittlung bekannt sind, sollen sie schnellstens beseitigt werden. Die bekannten Risiken nicht zu beseitigen kann als grobe Fahrlässigkeit interpretiert werden.

Auch die viel zu niedrige Anzahl der Schutzmasken (d.h. zu wenig wurden gelagert) war seit Dezember 2005 in der Schweiz bekannt. Getan wurde nichts weil weder Bund noch Kantone die zusätzlichen Kosten übernehmen wollten. Man rechnet nicht im Voraus mit einer Krise, dennoch sollen Staaten vorbereitet sein. Just in case.

Es ist schön, wenn externe oder interne Consultants Analysen erstellen und Schwachstellen aufzeigen. Was wichtig ist, ist dann die tatkräftige Umsetzung der Empfehlungen und das Entschärfen der Risiken aus den aufgezeigten Schwachstellen (z.B. Datenübermittlung Fax, schlechte Finanzierung von Spitälern auf dem Lande in den USA). So etwas soll nicht über Jahre hinweg ignoriert werden. Es lohnt schlichweg nicht.

C Gut verpackte Data-driven Digitale Kommunikation ist Pflichtprogramm

Optimal datengesteuertes Krisenmanagement bedingt, dass wir unsere Informationen gemäss Vorteilen von verschiedenen Kommunikationskanälen und Kundenbedürfnissen aufbereiten. Beispiel sind die BAG Tweets mit Grafiken (siehe unten links). Das ist schon mal richtig gemacht. Doch, diese URLs führen zur BAG Hauptseite aber nicht direkt zu den Texten/Grafiken, welche im Tweet angezeigt werden. Der Nutzer muss sich hier auf der Seite zurechtfinden. Das ist wirklich schade. Weder Usability (Nutzerfreundlichkeit) noch das nutzen von Grafiken und Visuals ist optimal. Die Navigation braucht zuviel Zeit (siehe auch Fallbeispiel BAG und Corporate Communication #bigfail).

Die Coronakrise zeigt, dass es in der Schweizer Bundesverwaltung auch anders geht. Beispiel ist die Armee. Diese versucht mit regelmässigen Nachrichten, auch wenn die zu nutzende Plattform dazu nicht geeignet ist, das Leserengagement und Verbreiten der Beiträge in Social Media zu verbessern.

Fazit: 3 Punkte zur Verbesserung des datengesteuerten Krisenmanagement

Erinnern wir uns, die Frage des Teenagers lautete: „Wie können wir Pandemien zukünftig besser managen?“ Die Antwort kann man in 3 Punkten zusammenfassen.

  • Starke Regulierungsbehörde: Die Coronakrise hat in verschiedenen Ländern wie z.B. in UK gezeigt, dass eine starke Regulierungsbehörde nicht der Feind einer gesunden Wirtschaft ist, sondern eine Voraussetzung dafür. Ohne Kontrolle kann nicht sichergestellt werden, dass Regeln und Vorschriften richtig und durchgehend angewendet werden. Ohne diese Sicherheit könnte z.B. die Bevölkerung in Deutschland oder der Schweiz nicht mit Zuversicht nach den Lockdown-Erleichterungen wieder ins öffentliche Leben und an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.
  • Datenauswertung und Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse: Dank Daten haben wir Schwachstellen entdeckt. Beispielsweise, dass die Pflichtlager für medizinische Schutzmasken nicht ausreichend bestückt sind um den Bedarf der schutzbedürftigen Bevölkerung zu decken. Kritisch scheint uns, dass wir solche Informationen nutzen um die bekannten Schwachstellen zu eliminieren. Wenn wie oben aufgezeigt, solche Risiken über Jahre hinweg ignoriert werden, scheint uns ein solches Verhalten unverantwortlich.
  • Strategie zur Risikominimierung: Langfristig müssen wir uns einer Diskussion und Umsetzung stellen, die aufzeigen kann, wie z.B. die prekäre finanzielle Situation von Landspitälern (USA), das Vorhandensein von zu wenig Gesundheits- und Sicherheitsinspektoren (UK) oder der ungenügenden Digitalisierung bei der Datenerhebung im Falle einer Pandemie (CH) verbessert werden können. Wenn wir nur darüber diskutieren und die notwendigen Änderungen jedoch nicht umsetzen, haben wir diese wichtige Chance, ein datengesteuertes Krisenmanagement zu führen, nicht genutzt. Die ersten Resultate sollen innerhalb von 12 Monaten – bis Mai 2021 – vorliegen. Diskussion und Berichte müssen zu Verbesserungen führen.
    Pandemiepläne dürfen auch nicht zu detailliert sein, zu starr. Denn in der Praxis zeigt sich, eine Pandemie lässt sich schlecht planen – Bsp. Schweiz-NZZ. Ebenfalls bringt es wenig, wenn eine Eidgenössische Prüfungskommission für das Medizinstudium dem Bundesrat Vorschläge unterbreitet und dieser die Vorschläge zu 100% ignoriert. Er ändert wegen Corona Spielregeln und verlangt von Medizinstudenten, dass sie sich in einem sechs Wochen dauernden Praktikum beweisen anstatt eine praktische Prüfung abzulegen um das Diplom zu erhalten.

Die bestplatzierten USA und die auf Rang 2 platziertes UK haben gemäss dem Global Health Security Index eine sehr gute Pandemie- und Epidemievorsorge. Doch die COVID-19 Pandemie hat uns gezeigt, dass deren Gesundheitssysteme frappante Schwachstellen haben und stellt somit das gesamte Ranking in Frage.

Interessante Studie

Wissenschaftler haben das Ausmass einer möglichen zweiten Pandemie-Welle in der Schweiz vorausberechnet. Wie sie verläuft, hängt mutmasslich vom Verhalten der Jugendlichen von 10 – 20 Jahren ab. Diese tragen aufgrund ihrer häufigeren Sozialkontakte stark zur Verbreitung des Virus bei. 35- bis 45-Jährige ebenfalls überdurchschnittlich und die Senioren sind unterdurchschnittlich daran beteiligt. Wird die Übertragungswahrscheinlichkeit in den Schulen durch konsequent eingehaltene Abstands- und Hygieneregeln halbiert, sänke die Zahl zusätzlicher Todesfälle in der Bevölkerung von 5,000 auf weniger als 1,000. Schlimmstenfalls könnten 5,000 Menschen sterben. 

Was denken Sie, lassen Sie es uns wissen in einem Kommentar. Gibt es andere Schwachstellen, die Ihnen aufgefallen sind?

Wir brauchen mehr und bessere Studien wie diese aus der ganzen Welt, damit wir die richtigen Lehren aus der Coronakrise ziehen können.

Datengesteuertes Marketing (auch Data-Driven Marketing genannt) wird immer wichtiger. Technische Hilfsmittel machen es einfacher, Daten zu erhalten und diese zu analysieren.

Doch birgt datengesteuertes Marketing auch Gefahren, die es zu berücksichtigen gilt. Zum Beispiel kann es passieren, dass wir Daten von minderer Qualität oder Aussagekraft erhalten. Diese können uns wiederum falsche Tatsachen vorspiegeln, welche zu falschen Entscheidungen verleiten. Es gilt also mit Hilfe von qualitativ guten Daten bessere Entscheidungen zu treffen. Zum Beispiel zeigt Influencer Marketing diese Problematik in Studien sehr gut auf. Man kann viele Kennzahlen oder Key Performance Indicator(s) (KPIs) nutzen, doch wenn diese von minderer Qualität sind, ist deren Nutzen fragwürdig.

Wir erläutern diese Herausforderung im data-driven Marketing anhand eines Beispiels einer Studie. Diese untersuchte, inwiefern Streaming von Filmen Leute daran hindert Kinos zu besuchen.

Die Studie veranlasste die NZZ Journalistin die Behauptung aufzustellen, dass wer mehr streamt häufiger ins Kino geht. Doch stimmt das wirklich?

3 kritische Schritte zur Gewinnung von aussagekräftigen und vertrauenswürdigen Daten

Bevor wir uns der Studie annehmen, müssen wir einmal kurz erläutern, auch welche Dinge wir als Unternehmer aufpassen sollten, bevor wir uns vorliegenden Daten trauen. Data-driven Marketing funktioniert nur, wenn wir Daten sammeln, welche die von uns gestellten Fragen beantworten können. Dabei ist die Datenqualität wichtig.

Wir wissen alle, das gute Marktforschung oder die Bekämpfung einer Pandemie auf guten und aussagekräftigen Daten basieren. Um datengesteuertes Marketing richtig aufzugleisen, müssen wir abklären, wie und woher wir soche aussagekräftigen Daten bekommen können. Es gilt diese 3 Punkte zu klären:

  1. Für welche Fragestellung brauchen wir Daten?: Wir müssen uns genau überlegen, wo wir Daten benötigen, um strategisch wichtige Fragen beantworten zu können.
    Beispiele: Wie lange wird die Coronakrise und deren Nachwehen unsere Geschäft noch negativ beeinflussen? Werden sich die Kundenpräferenzen nach COVID-19 über die nächsten 12 Monate ändern? Können sich neue Trends entwickeln, welche wir durch Produktinnovationen nutzen könnten?
  2. Welche aussagekräftigen und vertrauenswürdige Daten haben wir im Hause? Um die obigen Fragen beantworten zu können, gilt es erst einmal zu überprüfen, ob wir schon Daten haben, welche helfen könnten, die für uns wichtigen Fragen (siehe Punkt 1) zu beantworten.
    Beispiele: Studie zu Präferenzen in Sachen Farben oder Textur einer Oberfläche vom letzten Jahr. Letztjähriges Inventar in Sachen Anzahl Notfallbetten und Respiratoren im Bundesland X. Gästebewertungen von unseren Hotels, welche wir mit Hilfe eines Online Fragebogen über die letzten 12 Monate gesammelt haben, usw.
  3. Gibt es aussagekräftige und vertrauenswürdige sekundäre Daten oder Studien zum Thema? Hier publizieren vielleicht Ämter Daten im Netz oder aber kommerzielle Anbieter bieten diese zum Verkauf an.
    Beispiele: Bundesamt für Gesundheit, Bundesamt für Statistik, usw. Auch publizierte wissenschaftliche Studien, Working Papers von Universitäten und Dissertationen wie auch Masterarbeiten können hier vielleicht helfen, Licht ins Dunkel zu bringen.

Datengesteuertes Marketing kann optimiert werden, wenn die obigen 3 Fragen genau abgeklärt werden. Erst danach können wir entscheiden, welche Daten uns fehlen und welche Art von Datenerhebung uns helfen könnte, bessere Entscheide zu treffen. Denn Daten gibt es wie Sand am Meer. Doch deren Qualität und die Relevanz zu unseren Themen muss sichergestellt sein, ansonsten verleiten diese uns zu falschen Entscheidungen.

Aussage NZZ: „Wer viel streamt geht tendenziell häufiger ins Kino.“

Vor allem bei Studien von Dritten ist Vorsicht geboten. Wir illustrieren dies hier mit einer Studie, welche Ernst & Young (EY) im Auftrage der National Association of Theatre Owners (NATO) in den USA jährlich zum Thema Streaming und Kinobesuche durchführt.

Solche Auftragsstudien werden heute auch dazu genutzt, um deren Resultate für Corporate Communication oder Public Relations zu nutzen. Dabei hilft Digital Marketing, die Resultate einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das ist zum Beispiel der National Assocation of Theatre Owners (NATO) in den USA gelungen. Die NZZ hat deren Studie in einem Artikel wie folgt erwähnt:

Eine jährlich durchgeführte Studie von Ernst & Young hat auch 2020 eine Korrelation zwischen der Anzahl Kinobesuche und den mit Streaming verbrachten Stunden belegt.

Roebuck, Lory (2020-05-14). Streaming ist so wenig der Feind der Kinos, wie die Küche der Feind des Restaurants ist. NZZ, Feuilleton, S. 29. Aufgerufen am 16 Mai, 2020 auf https://www.nzz.ch/feuilleton/streaming-ist-nicht-der-feind-ld.1554994

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste

Bevor wir das obige Zitat aus der NZZ als bare Münze nehmen, müssen wir gemäss Punkt 3 oben abklären:

  • Hat die Journalistin die Resultate der Studie korrekt interpretiert?
  • Lassen die Resultate der Studie die vom Auftraggeber gemachten Rückschlüsse zu, welche z.B. in Pressemitteilungen oder Blogs verbreitet wurden?
  • Welche Schlussfolgerungen würden wir nach dem Lesen der vorliegenden Studie wagen zu ziehen?

Um diese Punkte beantworten zu können, müssen wir den Studienbericht lesen. Wir haben dies für die Studie der National Association of Theatre Owners aus den USA getan und fanden folgende Dinge raus:

  • Methodik der Studie: Die Online-Umfrage basiert auf einem Online-Panel mit US-amerikanischen Teilnehmern.
    Frage: Wie aussagekräftig sind US Daten für die D-A-CH Region und wie gut ist die Stichprobe (z.B. repräsentativ für die Bevölkerung – siehe auch Bundesamt für Statistik)? Ein CEO wird wohl kaum in einem solchen Panel mitmachen?
  • Datenanalyse: Die Daten werden mit Hilfe von deskriptiver Statistik analysiert. Die Auftragsstudie wurde von Ernst & Young (EY) für die Vereinigung der Kinobesitzer durchgeführt. Nirgendwo im Schlussbericht wird das Wort Korrelation genutzt.
    Daten in Kennzahlen zusammenfassen und deren graphische Darstellung sind die Ziele, die wir mit Hilfe von deskriptiver Statistik erreichen wollen. Deskriptive Statistik ist der Fachausdruck für die beschreibende Statistik.
    Beispiel für deskriptive Statistiken: Das arithmetische Mittel („Durchschnitt“) wie auch die empirische Standardabweichung oder Varianz.

Welche Altersgruppen wurden analysiert

Die Altersgruppen in der Grafik unten sind nicht gleich. Dies bedeutet eine Gruppe inkludiert 13-17 Jährige (5 Jahre Zeitspanne), die nächste 18-37 Jährige (20 Jahre Zeitspanne), dann 38-52 Jährige (15 Jahre Zeitspanne), usw. Rein grundsätzlich müssen die Anzahl Jahre in jeder Gruppe gleich sein. Beispiele wären 13 – 22 Jährige, 23 – 32 Jährige und 33 – 44 Jährige.

Nur dann können wir die Kategorien wirklich vergleichen. Dies lässt die unten aufgeführte Grafik vom Bericht 2019 – Daten 2018, z.B. nicht zu (PS. Kategorien für 2020 – Daten vom Nov. 2019, sind gleich).

National Association of Theatre Owners beauftragt Ernst and Young eine Studie zum Thema Kinobesuche und Video Streaming zu machen.
National Association of Theatre Owners beauftragt Ernst and Young eine Studie zum Thema Kinobesuche und Video Streaming zu machen.

Fazit: Die Altersgruppen sind ungleich. Der Verdacht kommt auf, dass diese Gruppen deshalb so unterschiedliche Grössen aufweisen, um die gewünschten Unterschiede zwischen den Gruppen aufzeigen zu können. Dies kann die Ergebnisse verfälschen.

Was ist der um 10% “getrimmte” oder gekürzte Mittelwert?

Die obige Grafik sagt ebenfalls, dass der „getrimmte“ Mittelwert genutzt wurde. Dieser wird berechnet, indem z.B. die 10% grössten und 10% kleinsten Werte aus der Stichprobe ausgeschlossen werden. Das arithmetische Mittel wird dann mit den verbleibenden 80% der Stichprobe gebildet Andere „getrimmte“ Mittelwerte sind möglich, wie z.B. 5% oder 20%.

Das heisst hier höchstwahrscheinlich, dass die Daten der Leute, die in den letzten 12 Monaten kein Kino besucht haben, wurden ausgeschlossen (ca 10% der Panel Teilnehmer in dieser Studie). Das Gleiche passierte mit denjenigen von Teilnehmern, die sehr viele Kinobesuche gemacht haben. Nachdem diese tiefen/hohen Werte ausgeschlossen wurden, hat man den Mittelwert berechnet.

Fazit: Die Extremwerte sind nicht in die Datenauswertung mit einbezogen. Ohne Erklärung ist dies schwer verständlich und schmälert die Vertrauenswürdigkeit der Resultate. Dieses Vorgehen kann die Ergebnisse der Studie verfälschen.

Was ist der Unterschied zwischen Assoziation und Korrelation?

Auf ein weiteres Problem deutet der Titel der Studie hin:

Beziehung oder Assoziation und Korrelation sind zwei Methoden, um eine Beziehung zwischen zwei Variablen zu erklären.

Assoziation bezieht sich auf die allgemeine Beziehung zwischen zwei Zufallsvariablen, während sich die Korrelation auf eine mehr oder weniger lineare Beziehung zwischen den Zufallsvariablen bezieht. Variablen können miteinander in Beziehung stehen, aber nicht korreliert sein. Korrelation impliziert keine Kausalität.

3-Jahres Uebersicht: National Association of Theatre Owners beauftragt Ernst and Young eine Studie zum Thema Kinobesuche und Video Streaming zu machen.
National Association of Theatre Owners beauftragt Ernst and Young eine Studie zum Thema Kinobesuche und Video Streaming zu machen.

Fazit: Die Studie zeigt keine Korrelationen auf. Die Daten über die letzten 3 Jahre zeigen, dass die Menschen weniger ins Kino gehen. Bei 2 Gruppen ist in den letzten 3 Jahren auch das Video Streaming zurückgegangen. Eine Erklärung, warum dies so sein könnte, bietet der Report nicht.

Datengesteuertes Marketing: Risiken die es zu meistern gilt

Datengesteuertes Marketing wie in diesem Beispiel zum Thema Kinobesuch und Streaming lässt den Schluss zu:

  • Traue den in einem Zeitungsartikel erwähnten Resultaten aus einer Studie nur dann, wenn du die Studie selber genau studiert hast.

In diesem Falle ist es so das NATO, der Auftraggeber der Studie, die darin präsentierten Ergebnisse falsch interpretiert. Inwiefern hier die Berater von EY Fehler gemacht haben bleibe dahingestellt. Dummerweise nimmt sich die NZZ Journalistin die Zeit nicht, um die Studie 20 Minuten unter die Lupe zu nehmen. Das hätte die Falschaussage in Sachen mehr Streaming = > Kino verhindert.

Der einzigen Trend, den man vielleicht aus den Daten rauslesen kann ist, dass die durchschnittlichen jährlichen Kinobesuche der Konsumenten in den USA rückläufig zu sein scheinen. Aber ein Rückschluss ob dies altersabhängig ist, lassen die Alterskategorien in den obigen Grafiken nicht zu.

Das Beispiel illustriert jedoch sehr gut, dass Studien leider zu Aussagen verleiten können, welche deren Daten nicht zulassen. Das bedeutet jedoch auch, dass Nutzung von sekundären Daten (d.h. die wurden von jemand anderem gesammelt) Vorsicht geboten ist. Zumindest ist zur Überprüfung der Qualität der Studie das genaue Lesen des Berichtes Pflicht.

Die Studie scheint aufzuzeigen, dass die durchschnittliche jährliche Anzahl Kinobesuche von US-amerikanische Konsumenten im Trend rückläufig ist.

drkpi®

Inwiefern Kinobesuche und die Anzahl wöchentlich gestreamten Stunden eine positive Korrelation haben, d.h. mehr Kinobesuche korreliert positiv mit mehr Streaming, zeigen die Resultate nicht.

Noch weniger trifft die Schlussfogerung zu, dass wer mehr streamt mehr ins Kino geht. Mit dieser Aussage insinuieren wir Kausalität – d.h. mehr streaming hat zur Folge, dass der Konsument öfters ins Kino geht. Mit dieser Herleitung in ihrem Artikel ist die NZZ Journalistin völlig auf dem Holzweg.

Um die Risiken im datengesteuerten Marketing (auch Data-driven Marketing genannt) optimal zu managen, gilt es prinzipiell, dass wir einen Studienreport zuerst genau lesen, bevor wir diesen in unserer Entscheidungsfindung nutzen dürfen (siehe auch).

P.S. Ob Daten aus den USA in Sachen Streaming und Kinobesuche auch für die Schweiz gelten, sollte ebenfalls hinterfragt werden. Die Journalistin erwähnt mit keinem Worte, dass die Daten in den USA erhoben wurden.

P.P.S. Die Durchführung einer guten Studie mit Daten, welche vertrauenswürdige Interpretation zulassen, muss gut geplant sein. Das kostet aber auch Zeit, Geld und bedingt das notwendige Human-Kapital.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht mit Studien?

Wie oft führt Ihr Unternehmen Umfragen durch um notwendige Daten zu bekommen oder zur besseren Entscheidungsfindung? Mit welchen Herausforderungen sind Sie dabei konfrontiert in Sachen Budget, Zeit, Personal, usw.?

Covid-19 - Mutter mit Kind: Social Distancing ist hier Theorie

Zusammenfassung: Wir kennen alle die Geschichte: seit dem 16 März 2020 sind viele Länder Europas Italien gefolgt und haben drastische Massnahmen getroffen. Alles in der Hoffnung, die Coronavirus- oder Covid-19-Pandemie in den Griff zubekommen. Dennoch gibt es Schwächen im System, die wir bereits vor der Pandemie hätten beseitigen können, um die schnelle Ausbreitung des Virus weiter zu mindern.

Was genau sind diese Schwächen und wie können sie gegen die Verbreitung des Virus helfen? Hier zuerst ein paar Fakten und Zahlen zum jetzigen Stand der Dinge.

Der zweite Beitrag aus unserer Serie zum Coronavirus

Genaue Fallzahlen: Quo Vadis

Ranglisten oder Statistiken in Sachen Pandemie helfen den öffentlichen Stellen die notwendigen Massnahmen anhand guter Daten zu treffen. Ranglisten zu Gesundheitssystemen gibt es einige wie z.B. der Global Health Security Index. Darin werden einige Faktoren überprüft, um festzustellen, wie gut die Gesundheitssysteme in verschiedenen Ländern funktionieren. Prinzipiell sind reichere Länder besser für Epidemien gerüstet als ärmere.

Die USA ist mit grossem Abstand die Nummer 1 in der Rangliste mit 83,4 Punkten aus 100 Maximalpunkten. Die Schweiz mit 67 ist auf Position 13 und Ghana mit 35,5 Punkten auf Position 105 von 195 Ländern.

Dennoch geht meist zu viel schief: Somit sind solche Ranglisten in Krisenfällen nicht unbedingt aussagekräftig. Schliessungen von Kinos, Läden, usw. hat in den USA zur Folge, dass ab April Millionen von Mitarbeitern ohne Krankenversicherung auskommen müssen. Schon heute wird die Anzahl der Amerikaner ohne Kranversicherung auf 18 Mio. geschätzt.

Wie solche Statistiken den Kampf der Pandemie in Sachen Covid-19 oder Coronavirus beeinflussen, weiss niemand. Die Situation ist so schwierig, dass der Governor von Kalifornien seinen Bürgern ab dem 20 März 2020 zu Home Office verpflichtet hat. Doch von zu Hause aus zu arbeiten und für die Schule zu lernen ist bei vielen schon im Trend.

Italien ist weiterhin das „Epizentrum“ und hat die meisen Todesopfer zu beklagen. Nur 5 Menschen waren unter 40 Jahre und die meist betroffene Altersgruppe sind die 80- bis 89-Jährigen.

Schweizer Ärzte senden Corona-Daten per Fax

Wegen der drastischen Situation im Tessin fordert die lateinische Schweiz nun eine nationale Ausgangsperre. Doch die grossen Städte Zürich, Bern und Basel sind dagegen. Der Kanton Uri prescht vor und schickt die Senioren (ab 65 Jahren) in den Hausarrest.

Der Bund hat Mühe die Fallzahlen zu ermitteln, obwohl Ärzte und Laboratorien verpflichtet sind, Fälle innerhalb von 24-Stunden dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) zu melden. Die Formulare dazu sind auf der BAG Webseite in PDF Format erhältlich. Sie können aber nicht direkt am Computer bearbeitet werden, sondern müssen von Hand ausgefüllt und per FAX an das BAG übermittelt werden. Dort werden diese handschriftlichen Daten in die Datenbank eingetragen.

Eine externe Evaluation hat bereits 2012 festgestellt, dass die Übermittlung der Daten via Fax nicht effizient ist und zu einem unnötigen Risiko für Fehler bei der Eingabe in die Datenbank führen kann. Das BAG kündigte daraufhin ein elektronische Meldesystem für 2013/14 für Ärzte an. 2020 sagt uns die Webseite das einem elektronischen Übermittlungssystem für Laboratorien gearbeitet wird und für Ärzte sei das System weit fortgeschritten. Doch während der Covid-19-Pandemie ist es immer noch nicht erhältlich. Warum also dauert das so lange?

Coronavirus und Home Office = Bahnhof Solothurn um 8 Uhr morgens: Fast keine Pendler zur Hauptverkehrszeit.
Coronavirus und Home Office = Bahnhof Solothurn um 8 Uhr morgens: Fast keine Pendler zur Hauptverkehrszeit.

Bürokratie lässt grüssen: Docbox könnte es in 2 Wochen kostenlos fertigstellen

Das obige Beispiel ist eine Blamage für das BAG und dessen Management, welches es aus verschiedenen Gründen erst nach ca. 10 Jahren schafft (2021 so hoffen wir!), die elektronische Datenerfassung von Ärzten zu implementieren.

Das private Ärztenetzwerk docbox mit 9’000 allgemein praktizierenden Ärzten in der ganzen Schweiz hat dem BAG offeriert, ein elektronisches System innerhalb einer Woche zur Verfügung zu stellen – kostenlos. Das BAG ist aber leider zu stark damit beschäftigt die handgeschriebenen Angaben in deren Datenbank einzuspeisen. Somit konnte sie bis heute nicht auf das docbox Angebot eingehen.

Das ist ein Problem, denn z.B. am 17. März 2020 hat das BAG bekanntgegeben, das rund 270 Fälle noch nicht erfasst seien. Am Mittwoch meldete der Kanton Zürich 130 neue Erkrankungen innert 24 Stunden. Das BAG verschickte später einen Tweet in welchem die Covid-19 Fallzahlen für Dienstag 17.3.2020 von etwa 50 neu registrierten Erkrankungen sprach. Diese Diskrepanz während einer Krise lässt vermuten, dass hier noch einige Dinge im Argen sind.

Corporate Communication #bigfail

Die Grafik welche auf Twitter vom BAG verschickt wurde, kann man nicht auf der BAG Webseite finde. Solche Daten müssen jedoch auf der BAG Webseite schnell und einfach auffindbar sein. Dies ist ein Fallbeispiel wie Digitales Marketing in der Corporate Communication im Krisenfall nicht effektiv genutzt wird, ein #bigfail im Kampf gegen z.B. Fake News (siehe Image weiter unten).

Ebenfalls sind die Informationsangebote auf der Webseite nach den neuesten Standarts nicht SEO oder Suchmaschinen optimiert. Auch die Bildtexte, welche auf Twitter angeboten werden, sind auf der Webseite nicht auffindbar.

Das BAG schafft es also nicht, eine gute web-basierte Kommunikation während der Coronavirus Krise für die CH Bevölkerungen sicher zu stellen. Aber in einer solchen Krise ist das Pflicht und notwendig. Natürlich sind die Dinge in Italien, Frankreich und Deutschland nicht besser, doch in der Schweiz haben wir den Anspruch, dass unsere öffentliche Verwaltung hier mehr leistet!

Auch die Armee/Bundeswehr/Heer hat Probleme: Die aufgebotenen Sanitätstruppen wurden gebeten für die ersten 2 Tage die Verpflegung gleich mitzubringen.

1×1 für Digitales Marketing im Krisenfall: Bsp. Coronavirus

Dank der BAG CH und deren ungenügendem Kommunikationsansatz im Zeitalter der digitalen Medien und dem Cloud Computing können wir 6 Lehren aus diesem Falle ziehen:

  1. Strategie: Was ist unsere Value Proposition in unserer Kommunikation.
  2. SEO Optimierung ist Pflicht: Texte auf der Webseite müssen optimiert sein, d.h. die richtigen Schlagwörter, Hashtags, usw. Ein Hashtag wie #CoronaVirusCH ist dabei nicht sehr hilfreich da die eigenen Tweets vom BAG dabei in der Masse untergehen. #BAGCoronaVirusCH hilft da schon eher. Schlagworte oder Hashtags wie #AlertBAGch oder #BAGchAlert sollte immer gebraucht werden, um dem Publikum das Auffinden solcher wichtiger Informationen zu erleichtern.
  3. Fakten sind gefragt: Fakten müssen so kommuniziert werden, dass diese auf verschiedenen Geräten gelesen werden können.
  4. Word-of-Mouth Marketing nutzen: Italien hat eine Webseite nur zum Coronavirus. Auf dieser findet man täglich gute Informationen inklusive Statistiken, Grafiken, usw. Diese kann man teilen, über RSS oder mit einem Email Newsletter erhalten. Weil es so einfach ist, nutzt die Presse diese Seite extensiv und hilft so, die Bevölkerung über verschiedenen Kanäle zu informieren mit Word-of-Mouth, Content Marketing – Inhalte des Instituto Superiore di Sanità (ISS) werden auf anderen Webseiten repostet, welche man einfach navigieren kann.
  5. Texte richtig gestalten: Text müssen so aufbereitet sein, sodass diese auch überflogen werden können. Dies bedingt, dass sie gut strukturiert sind mit Überschriften, kurzen Paragraphen und Sätzen…
  6. Grafiken und Visuals sind Programm: Grafiken (siehe unten) müssen auch auf der eigentlichen Webseite einfach einsehbar sein und für den Download bereitgestellt werden. Eine Grafik, Tabelle, Statistik nur als Foto auf Twitter anbieten ist eine „lost opportunity“ für das Engagement mit Kunden/Bürgern und somit ein Anfängerfehler.
  7. Was ist der Mehrwert: Firmen und Verbände können sich überlegen, welche Informationen sie auf deren Plattform z.B. für Mitglieder anbieten. Die Informationen müssen Mehrwert bieten, z.B. was ist zu tun um Kurzarbeit anzumelden, wie minimieren wir die Gefahr für Coronavirus Infektion in unserem Lebensmittelladen, Meeting, usw.
Das BAG CH tut sich schwer mit Social Media und Webseite: Zuwenig nund nicht SEO optimiert.
Das BAG CH tut sich schwer mit Social Media und Webseite: Zuwenig gut strukturierte und SEO optimierte Corporate Communication = #bigfail

Fazit

In Krisensituationen werden einem immer wieder die Schwächen eines Systems aufgezeigt. Für die Versäumnisse müssen wir dann immer bezahlen, vor allem wenn wir bekannte Risikos nicht ausgemerzt haben (Bsp. Datenübermittlung der Coronavirus Fälle handschriftlich per FAX).

Das Beispiel der „BAG Corporate Communication #bigfail“ zeigt auch, dass es nicht in der gesamten Bundesverwaltung gleich stümperhaft gemacht wird. Zum Beispiel: die Armee versucht es mit regelmässigen Nachrichten, auch wenn die zu nutzende Plattform dazu nicht geeignet ist, das Leserengagement und Verbreiten der Beiträge in Social Media zu verbessern.

Auch hier wäre eine bessere und kostengünstigere Plattform wie WordPress einfacher. Vielleicht würde dies ja unsere Bundesrätin Viola Amherd begrüssen. Sie könnte dann als CEO selber zum Thema bloggen. Eine ideale Weise zu kommunizieren.

Am 12. März waren wir zu Videoaufnahmen für Jetztlehrstelle.com von Bouygues E&S Intec AG auf einer Grossbaustelle. Doch schon am 13. März hat sich der Bundesrat in der Schweiz entschlossen, wegen der Coronavirus-Pandemie die Massnahmen zu verschärfen. Ausser Lebensmittelläden und Apotheken wurde alles, inklusive Schulen und Bauernmärkte zum 16. März (Montag) geschlossen. Wie es weiter geht, weiss zur Zeit niemand.

Zusammenfassung: Die Angst um den Coronavirus, auch Covid-19 (mehr Infos) genannt geht um. Bei einigen Leuten ist die Angst zur Panik angewachsen, die niemandem hilft. In solchen Situationen ist rationales Denken gefragt: Man sollte sich mit den Fakten beschäftigen, die wir hier publizieren wollen.

Gestern waren wir auf einer Grossbaustelle eines unserer Kunden, für den wir mit Jugendlichen in Ausbildung (Lehrlinge/Azubis) mehrere Videos drehten. Auf der Heimfahrt haben wir uns überlegt, ob wir in der kommenden Woche die Videos noch hätten aufnehmen können. Vermutlich nicht.

Von vielen Betrieben wird Home Office empfohlen. Auf dem Bau ist das natürlich nicht möglich.

Hier ein paar Webseiten mit Fakten und Metrics, die helfen:

Realitätscheck

Die Szenarien zum Coronavirus erschrecken uns berechtigterweise. Statistisch gesehen sind die Todesfälle durch den Coronavirus im Vergleich gering, zu jenen durch die weltweite Luftverschmutzung. Für Angehörige und Betroffene sind sie selbstverständlich tragisch. Todesfälle durch Umwelteinflüsse werden ignoriert. Die Umwelteinflüsse führen nicht unmittelbar zum Tod wie der Covid-19.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnten jährlich 13 Millionen Todesfälle verhindert werden, wenn unsere Umwelt sauberer wäre. Die WHO schätzt, dass rund 7 Millionen Menschen jährlich an den Folgen der Luftverschmutzung sterben.

Zum Vergleich:

  • bis zum 13. März gab es ca. 130’000 Covid-19 Erkrankungen weltweit
  • 5’000 der erkrankten Menschen sind gestorben
  • 4 Prozent der Erkrankten sterben. Diese Menschen gehörten der Coronavirus-Risikogruppe an

Laut dem CH BAG gehören folgende Personen zur Risikogruppe:

  • Personen ab 65 Jahren
  • Personen mit Vorerkrankungen
    • Bluthochdruck
    • chronische Atemwegserkrankungen
    • Diabetes
    • Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen
    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    • Krebs
Girlfriend taking a selfie. Coronavirus - soziale Nähe vermeiden.
Girls taking a selfie. Coronavirus – soziale Nähe vermeiden.

Was bedeutet die Coronavirus Pandemie für Meetings und Vereinsversammlungen?

Dazu gibt es keine einfache Antwort. Europa kann aber von den Italienern lernen: Rom zögerte lange, bis es drastische Massnahmen ergriff. Die Androhung der Sperrung von Regionen hat dazu geführt, dass viele mit dem SARS-CoV-2 oder Covid-19 Virus infizierte Menschen diese Region kurz vorher verlassen haben. Dies hat zur schnelleren Verbreitung vom Coronavirus geführt.

Den Gruss mit Händedruck, Umarmung und Wangenkuss mit pantomimischen Gesten zu ersetzen, hat hingegen gut geklappt. Sicherlich, in grossen Räumen kann der 1 m Abstand zwischen den Teilnehmern an einer Sitzung eingehalten werden. Aus diesem Grunde hat z.B. der Gemeinderat der Stadt Zürich und der Kantonsrat seine Sitzungen nach Zürich-Oerlikon verlegt. Mit dieser Massnahme hofft man, den 1 m Abstand zwischen den Parlamentariern während der Sitzungen sicherstellen zu können.

In der Schweiz sind wohl bald Sitzungen mit mehr als 300 Leuten nicht mehr erlaubt. Einige Betriebe wie die Credit Suisse haben schon seit Anfang März alle Veranstaltungen abgesagt.

Heute sind in Restaurants 50 Leute inklusive Angestellte erlaubt. Ob mit dieser Vorschrift das Risiko minimiert wird, ist fraglich.

Aktionärsversammlungen können z.B. in der Schweiz noch nicht virtuell abgehalten werden. Dies wird erst mit dem neuen Aktionärsrecht möglich. Auch bei Vereinen muss eine Mitgliederversammlung noch vor Ort abgehalten werden, um das Quorum zu erreichen. Versammlungen über das Internet sind nur dann möglich, wenn die Statuten vom Club oder Verein dies explizit erlauben.

Was denken Sie? Wird Ihre nächste Vereinsveranstaltung oder Sitzung im Betrieb abgesagt?

Ebenfalls interessant: Modellierung der Covid-19 Pandemie – Fakten, Zahlen, Prognosen

PS: Pressesprecher Fabio Weingarten, President Jair Bolsonaro’s Pressechef traf USA Präsident Donald Trump am 6. März 2020 in Florida mit Vizepräsident Mike Pence. Seit dieser Woche ist Fabio Weingarten ebenfalls in Quarantäne/Isolation, da bei ihm der Coronavirus festgestellt wurde. Ob er dabei Präsident Trump angesteckt hat, ist noch unklar.

PPS: In Österreich sind die Schulen geschlossen, in Frankreich und der Schweiz bleiben alle Schulen vom Kindergarten bis zur Universität ab 16. März geschlossen.